Schweiz

Wie entwickeln sich die kantonalen und nationalen Zahlen?

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Die Neuinfektionen sind in den vergangenen Tagen rasant gestiegen: Das Bundesamt für Gesundheit meldete am Mittwoch über 5500 neue Fälle. Hospitalisationen und Todesfälle nehmen zu, liegen aber noch nicht auf dem Niveau vom Frühjahr. Die aktuellsten Zahlen zur Coronakrise finden Sie hier.

Hier finden Sie den Ticker mit allen News zu Corona aus der Schweiz.

Die aktuellsten Zahlen

Die Anzahl der täglichen neuen positiven Tests seit Beginn der Pandemie

So entwickelt sich der Anteil der positiven Tests

Gezeigt wird der Anteil der positiven Tests der vergangenen sieben Tage an allen Tests über diesen Zeitraum in Prozent.

Der Stand in den Kantonen

Mit einem Klick auf einen Kanton erfahren Sie mehr Details zu Ansteckungen, Hospitalisationen und Todesfällen.

So sieht die Situation in den Gemeinden aus

Mit Verweis auf den Datenschutz publiziert das Bundesamt für Gesundheit (BAG) keine Angaben dazu, wie viele Corona-Fälle es in den Gemeinden gibt. Das BAG zeigte sich jedoch auf Anfrage der NZZ bereit, die Gemeinden zumindest in Kategorien (Anzahl Fälle pro 10'000 Einwohner) einzuteilen. Diese Daten - mit Stand vom 16. Oktober und einer Reihe relativierender Begleitbemerkungen (siehe Infobox unten) - publizierte die Zeitung und machte die Daten öffentlich.

Zum Vergleich die Gemeinden, die von der ersten Welle besonders betroffen waren:

Wie sich die Spitalbelegung entwickelt

Zur Auslastung der Intensivstationen in der Schweiz finden Sie auf icumonitoring.ch (Projekt der ETH) ausführliche Angaben.

Wie viele Menschen mit Covid-19 pro Kanton im Spital liegen

So viele Menschen befinden sich in Isolation und Quarantäne

Die Altersverteilung der neuen Corona-Fälle und der Todesfälle

In der zweiten Welle sind die Jungen, die eher mit einem milden Verlauf rechnen können, im Vergleich zur ersten Welle deutlich stärker betroffen vom Coronavirus. Allerdings dürfte der Unterschied geringer sein, als es die Zahlen vermuten lassen: Zahlreiche Infektionen sind im Frühjahr unentdeckt geblieben, weil Menschen mit leichten Symptomen nicht getestet wurden.

Von den Älteren (ab 70 Jahre), die ein deutlich höheres Risiko für einen schweren Verlauf der Covid-19-Krankheit haben und eher ins Spital müssen, sind in absoluten Zahlen in der bisherigen zweiten Welle gleich viele oder leicht mehr Personen positiv getestet worden als in der ersten Welle.

Auch hier wurden im Frühjahr nicht alle getestet. Allerdings dürfte die Dunkelziffer tiefer liegen als bei den Jungen, da damals Tests für Risikopersonen empfohlen wurden. Die absoluten Zahlen können einen Hinweis darauf gegen, mit wie vielen Menschen mit potenziell schwerem Verlauf oder gar einem Spitalaufenthalt zu rechnen ist.

Details zu den Todesfällen in der Schweiz

Die Krankheit Covid-19 ist vor allem für ältere Personen lebensgefährlich. Folglich waren auch die Todesopfer grossmehrheitlich im höheren Älter.

Nach früheren Angaben des BAG litt die sehr grosse Mehrheit der Verstorbenen (über 95 Prozent) an mindestens einer Vorerkrankung. Die drei am häufigsten genannten Vorerkrankungen waren Bluthochdruck, Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes.

Die Schweiz im Vergleich mit ausgewählten Ländern

Die jüngsten Zahlen zur Lage in allen Ländern der Welt finden Sie auf der Seite des Europäisches Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC).

Die Empfehlungen der Behörden

Das Bundesamt für Gesundheit fordert auf:

  • Abstand halten – zum Beispiel ältere Menschen durch genügend Abstand schützen, beim Anstehen Abstand halten, bei Sitzungen Abstand halten.
  • Gründlich Hände waschen
  • Hände schütteln vermeiden
  • In Papiertaschentuch oder Armbeuge husten und niesen
  • Bei Fieber und Husten zu Hause bleiben
  • Nur nach telefonischer Anmeldung in Arztpraxis oder Notfallstation
  • Empfehlung: Maske tragen, wenn Abstandhalten nicht möglich ist (im ÖV gilt ab dem 6. Juli eine Maskenpflicht)

Die Infoline des Bundes zum Corona-Virus +41 58 463 00 00

Die Verschärfungen vom 19. Oktober

Der Bundesrat reagiert mit einer Verschärfung auf die rasant steigenden Fallzahlen. Dazu gehören:

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Der Bundesrat kündigte nach seiner Sitzung am Mittwoch (21.10.) an, dass er die Lage noch eine Woche lang beobachten wolle - erst dann müsste ein Effekt der Verschärfung des Bundes vom Sonntag zu sehen sein. Sollten die Infektionszahlen bis dann nicht zurückgehen, werde der Bundesrat «strengere Massnahmen» beschliessen, sagte Bundesrat Alain Berset.

In der Zwischenzeit sollen Kantone mit passenden Einschränkungen auf die Situation in ihrem Gebiet - beispielsweise die Hospitalisierungszahlen - reagieren. Mehrere haben dies auch bereits getan.

Die Quarantäne-Regeln für Einreisende

Die Schweiz liegt mittlerweile selbst markant über ihrer eigenen Grenze für Risikogebiete. Aus diesem Grund will der Bundesrat laut Gesundheitsminister Alain Berset die Einreise-Quarantäne überprüfen. (Stand: 21.10.)

Wer aus einem Risikogebiet in die Schweiz einreist, muss seit Anfang Juli in eine zehntägige Quarantäne. Welches solche «Risikogebiete» sind, überprüft das Bundesamt für Gesundheit regelmässig. Wird die Quarantäne nicht eingehalten, droht eine Busse bis zu 10'000 Franken.

Die Quarantänepflicht gilt für Länder sowie für Gebiete in den Nachbarstaaten (bspw. Berlin, Paris und Wien). Für die Nachbarstaaten definiert der Bund Gebiete mit erhöhtem Ansteckungsrisiko, für die eine Quarantänepflicht gilt. Diese Gebiete sind (Stand 9. Oktober):

Gebiete in Deutschland:

  • Berlin
  • Hamburg

Gebiete in Frankreich:

  • Region Bretagne
  • Region Centre-Val de Loire
  • Region Corse
  • Region Hauts-de-France
  • Region Île de France
  • Region Normandie
  • Region Nouvelle-Aquitaine
  • Region Occitanie
  • Region Pays de la Loire
  • Region Provence-Alpes-Côte d’Azur
  • Überseegebiet Französisch-Guyana
  • Überseegebiet Guadeloupe
  • Überseegebiet Französisch-Polynesien
  • Überseegebiet La Réunion
  • Überseegebiet Martinique
  • Überseegebiet Mayotte
  • Überseegebiet Saint-Barthélemy
  • Überseegebiet Saint-Martin

Gebiete in Italien

  • Kampanien
  • Ligurien
  • Sardinien
  • Venetien

Gebiete in Österreich:

  • Burgenland
  • Wien
  • Niederösterreich
  • Salzburg
  • Oberösterreich

Als Risikoländer mit Quarantänepflicht für Einreisende gelten:

  • Albanien
  • Andorra
  • Argentinien
  • Armenien
  • Bahamas
  • Bahrain
  • Belgien
  • Belize
  • Besetztes Palästinensisches Gebiet
  • Bosnien und Herzegowina
  • Brasilien
  • Cabo Verde
  • Chile
  • Costa Rica
  • Königreich Dänemark
  • Ecuador
  • Georgien
  • Guyana
  • Honduras
  • Indien
  • Irak
  • Iran
  • Irland
  • Island
  • Israel
  • Jamaika
  • Jordanien
  • Kanada
  • Katar
  • Kolumbien
  • Kroatien
  • Kuwait
  • Libanon
  • Libyen
  • Luxemburg
  • Malediven
  • Malta
  • Marokko
  • Moldova
  • Monaco
  • Montenegro
  • Nepal
  • Königreich der Niederlande
  • Nordmazedonien
  • Oman
  • Panama
  • Paraguay
  • Peru
  • Portugal
  • Rumänien
  • Russland
  • Slowakei
  • Slowenien
  • Spanien
  • Tschechien
  • Tunesien
  • Ukraine
  • Ungarn
  • Vereinigte Arabische Emirate
  • Vereinigtes Königreich (Grossbritannien)
  • Vereinigte Staaten von Amerika (USA)

Rückblick auf die bisherigen Lockerungsschritte

Der vierte Lockerungsschritt vom 22. Juni: Fast alle verbliebenen Einschränkungen wurden aufgehoben

  • Veranstaltungen bis 1000 Personen sind wieder möglich; bei Demos dürfen auch mehr Menschen dabei sein, sie müssen aber eine Maske tragen
  • Keine Sitzpflicht mehr in den Restaurants
  • Keine Sperrstunde mehr in Discos, Nachtclubs etc.
  • Mindestabstand zwischen zwei Personen wird auf 1,5 Meter reduziert (statt zwei Meter)
  • Homeoffice-Empfehlung wird aufgehoben

Die weitgehende Lockerung ab dem 30. Mai und dem 6. Juni

Seit dem 27. April werden die Massnahmen zur Eindämmung der Coronaepidemie in der Schweiz schrittweise aufgehoben. Die schrittweise Lockerung soll einen raschen Wiederanstieg der Fälle verhindern. Die «ausserordentlichen Lage», die seit 16. März gilt, soll am 19. Juni enden.

Die meisten Einschränkungen wurden auf den 6. Juni stark gelockert. Seit diesem Tag sind sind (mit Schutzkonzept) wieder erlaubt:

  • Veranstaltungen mit bis zu 300 Personen
  • Sportveranstaltungen, inklusive Trainingsbetrieb (Ausnahme: Sportarten mit engem Körperkontakt wie Schwingen, Judo, etc.)
  • Grössere Gruppen in Restaurants, Discos und Nachtclubs
  • Ferienlager für Kinder und Jugendliche
  • Bergbahnen, Campings, Zoos, Schwimmbäder und Wellnessbetriebe dürfen öffnen
  • Präsenzunterricht in den Mittel-, Berufs- und Hochschulen

Versammlungen von bis zu 30 Personen (statt bisher fünf Personen) sind seit dem 30. Mai schon wieder erlaubt.

Geöffnet sind oder erlaubt ist seit dem 11. Mai:

  • Läden, Märkte und Reisebüros, wobei es Beschränkungen zur Anzahl Personen in einem Geschäft gibt
  • Restaurants (max. 4 Personen pro Tisch, 2 Meter Abstand zwischen Tischen)
  • Öffentlicher Verkehr nach normalem Fahrplan (Empfehlung zum Masken tragen)
  • Unterricht in Primar- und Sekundarschulen
  • Prüfungen in Ausbildungsstätten
  • Sporttrainings (in Gruppen von 5 Personen, ohne Körperkontakt)
  • Bibliotheken, Museen, Archive (ohne Lesesäle)

Geöffnet sind oder erlaubt ist seit dem 27. April:

  • Bau- und Gartencenter, Gärtnereien, Blumenläden
  • Coiffeur- und Kosmetiksalons
  • Einrichtungen zur Selbstbedienung wie Autowaschanlagen, Solarien, Blumenfelder
  • Arzt- und Zahnarztpraxen
  • Physiotherapie, Massage
  • Alle Eingriffe in Spitäler, sofern keine kantonale Einschränkungen gelten

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