Flugplatz Altenrhein, Montagmorgen, WEF-Woche. Auf der Landebahn stehen mehr Journalisten als Flugzeuge. Keine Spur von Businessjets, keine Spur von der Wirtschaftselite. Auch der Hangar ist leer. «Uns wurden viele kurzfristige Verspätungen gemeldet», erklärt Janine Meier, Ground Services Manager. Ob heute ein Promi hier landet, kann sie nicht sagen. Denn wer hier ankommt, mag es diskret. Und so tun vorerst alle das, was man an einem Flughafen eben so tut: warten.

Es ist die Ruhe vor dem Sturm. Während des Weltwirtschaftsforums in Davos herrscht auf dem Flugplatz in Altenrhein Ausnahmezustand. Busines jets landen schier im Minutentakt, setzen die Passagiere ab, parkieren im Hangar oder fliegen weiter. Das lässt die Kasse der People's Air Group klingeln. Die Betreiberin des Flugplatzes erzielt während einer WEF-Woche zehn Prozent ihres Jahresumsatzes.

Ferienverbot für das Flugplatzpersonal

Dass der Umsatz auch im Jahr 2019 stimmen würde, schien bis vor kurzem unsicher. 100 Anmeldungen weniger als im 2018 zählte der Airport Altenrhein noch vergangenen Mittwoch. «Viele entscheiden spontan, ob sie kommen», sagt CFO Thomas Mary. «Je nachdem, wer sich sonst noch fürs WEF ankündigt.» Übers Wochenende sind doch noch 80 Anmeldungen eingetroffen. So erwartet der Airport diese Woche rund 250 zusätzliche Flugbewegungen. Das Personal ist gefordert. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben Ferienverbot und müssen kurzfristig dort einspringen, wo Hilfe gebraucht wird. 60 Personen sind laut CFO Thomas Mary im Einsatz.

«Ist das jetzt Trump?»

Kurz vor Mittag, zurück in der Ankunftshalle. Inzwischen sind zwei Maschinen gelandet. An Bord: Frauen in Pelzmänteln, Männer in Anzügen. Im Airport-Restaurant sitzen ein paar Schaulustige, trinken Kaffee und starren aus den raumhohen Fenstern. «Ist das jetzt Trump?» – «Nein, der kommt doch gar nicht.»

Die Namen der vermutlich hochrangigen Wirtschaftsvertreter kennt niemand – auch das Flugplatzpersonal nicht. Nur wenn Regierungsleute an Bord sind, bekommt Altenrhein vorab eine Meldung – um in Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei St.Gallen das Sicherheitsdispositiv zu organisieren. Wer eine grosse Entourage mitbringt – etwa Diplomaten – landet ohnehin in Zürich. Dort ist das Militär zuständig.

Vor dem Flughafengebäude fahren währenddessen die ersten Limousinen auf. Sie chauffieren die Ankömmlinge von Altenrhein ins Bündnerland. Ein Fahrer steigt aus und meldet sich beim Schalter der Autovermietung. «Is this the airport?», fragt er. Die Frau in oranger Uniform nickt. Er schaut sich um: «Really?»