Minder-Initiative
Weltmedien feiern Abzocker-Schreck Thomas Minder als Star

Thomas Minders Abzocker-Initiative dürfte heute, sechseinhalb Jahre nach der Lancierung, angenommen werden. Die Abstimmung schlägt auch international hohe Wellen: Bereits haben sich TV-Sender von CNN bis RTR Russia für Interviews angemeldet.

Florence Vuichard und Alan Cassidy
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Von CNN bis RTR Russia: Alle wollen zum Abzocker-Schreck

Von CNN bis RTR Russia: Alle wollen zum Abzocker-Schreck

Keystone

Dabei hatte Minder bereits der Abstimmungskampf eine weltweite Medienpräsenz gebracht, die für einen Schweizer Politiker selten ist. Mit Erstaunen blickte die ausländische Presse auf den Kosmetikfabrikanten, der seinem Land eines der strengsten Aktiengesetze verpassen will. Die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» schrieb: «Ausgerechnet die Schweizer stimmen demnächst darüber ab, wie man Managergehälter begrenzen kann.»

Stellvertretend für viele Journalisten wunderte sich die Autorin der amerikanischen Wochenzeitschrift «Time» über die Wut, welche die hohen Saläre der Wirtschaftsführer in der Schweiz ausgelöst haben. Die reichen Schweizer, folgert «Time», glaubten eben, dass Vermögen durch harte Arbeit erworben werden müsse statt durch Geschenke.

Das Bild Minders in der Presse fällt durchwegs positiv aus. Die französische Wirtschaftszeitung «Les Echos» feiert ihn als «Robin Hood der Moderne», der einen wahrhaftigen «Kampf zwischen David und Goliath» gegen die Elite führe.

An der heutigen Abstimmungsfeier will Minder nun auf einen Teil der Medien verzichten. Wie der «Tages-Anzeiger» berichtete, hat Minder dem Schweizer Radio Hausverbot erteilt – weil ihm die Berichterstattung über seine Initiative nicht passte.

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