Die Gegner der Erhöhung des Vignettenpreises von 40 auf 100 Franken führen immer wieder ins Feld, dass der motorisierte Verkehr für den Bund jedes Jahr aus Steuern, Gebühren und Abgaben um die 9,5 Milliarden Franken generiere.

Die Strasse könne also für ihre Kosten selber aufkommen, aber nur 30 Prozent würden in die Strassenförderung gehen.

42 Prozent würden in die allgemeine Bundeskasse fliessen und von einem Fünftel würde der öffentliche Verkehr profitieren.

Diese Thematik nimmt die «Milchkuh-Initiative» der Autolobby bereits auf: Sie verlangt, dass die Steuern und Abgaben der Strassenbenützer künftig in die Strasseninfrastruktur investiert werden.

Nur Schwerverkehr deckt Kosten

Die Rechnung der Gegner stimmt. Was sie jedoch ausklammern, sind die externen Kosten des Strassenverkehrs.

Laut den aktuellsten Zahlen von 2009 belaufen sich diese auf rund 8,5 Milliarden Franken. Abzüglich des Schwerverkehrs verursachen die Autofahrer rund 6,5 Milliarden externe Kosten.

Darunter fallen nicht gedeckte Unfallkosten, Kosten für Gesundheits-, Lärm-, Umwelt- und Naturschäden.

Das Bundesamt für Raumentwicklung schätzt diese Kosten in regelmässigen Abständen ab.

Der Schwerverkehr kann seine externen Kosten über die Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA) und seine übrigen Abgaben vollumfänglich decken.

Bei weitem keine Deckung erzielen die Autofahrer mit ihrem Überschuss. Dieser liegt laut Strassenrechnung von 2010 beim Pw-Verkehr in der Grössenordnung zwischen 400 und 800 Millionen Franken – je nach Rechnungsart.

Zählt man den Überschuss der kleinen Lieferwagen, die keine LSVA bezahlen, noch dazu, wären zwischen einer halben und einer Milliarde Franken übrig.

Es würden also im besten Fall 5,5 Milliarden für eine Deckung fehlen. Die externen Kosten werden aber von Dritten, der Allgemeinheit oder zukünftigen Generationen bezahlt.

Kleiner Anteil der Schiene

Den grössten externen Kostenfaktor im Strassenbereich haben 2009 Unfälle mit rund 2,1 Milliarden und luftverschmutzungsbedingte Gesundheitskosten mit 2,1 Milliarden Franken verursacht.

Die gesamten Lärmschäden haben rund 1,3 Milliarden Franken betragen, die Klimakosten rund 1,2 Milliarden. Im Vergleich zum Strassenverkehr sammelt der Schienenverkehr wenig externe Kosten an.

Diese haben 2009 insgesamt rund eine halbe Milliarde Franken betragen. Den grössten Anteil machen dort die Gesundheitskosten mit 141 Millionen Franken aus.

Die Unfallkosten haben sich auf 24 Millionen und die Lärmkosten auf 85 Millionen Franken belaufen. Bei den Klimakosten ist der Schienenverkehr für drei Millionen Franken verantwortlich.