Jastina Doreen Riederer
War der Rauswurf von Miss Schweiz illegal? Anwalt stellt Aberkennung des Titels infrage

Die Organisatoren des Schönheitswettbewerbs schassten die Ex-Schönheitskönigin Jastina Doreen Riederer. Die junge Aargauerin hatte offenbar Sponsoren verärgert. Ein Anwalt stellt nun infrage, ob die Aberkennung des Titels überhaupt arbeits- und persönlichkeitsrechtlich zulässig ist.

Pascal Ritter
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Jastina Doreen Riederer bei der Wahl zur Miss Schweiz.

Jastina Doreen Riederer bei der Wahl zur Miss Schweiz.

Sandra Ardizzone

Jastina Doreen Riederer reagierte mit einem Lied. «I did it my way» singt sie in einem Filmchen, das sie auf Instagram verbreitete. Die Art, wie sie das Amt als Miss Schweiz ausfüllte, passte den Organisatoren ganz und gar nicht. Am Donnerstag gab die Miss-Schweiz-Organisation bekannt, dass sie die 20-Jährige per sofort freistelle.

Dann folgen Vorwürfe: «Trotz ihrem Potenzial» habe sich das Interesse an der Spreitenbacherin nach der Wahl «in Grenzen gehalten», heisst es in der Mitteilung etwa. Nicht einmal Ex-Miss- Schweiz Anita Buri habe «die kommerzielle Popularität» von Riederer steigern können. Auch habe sie sich nicht an Verträge gehalten und entsprechende Abmahnungen ignoriert. Zudem sei sie über mehrere Wochen nicht erreichbar gewesen. Auch ihre Freistellung habe ihr nicht persönlich mitgeteilt werden können.

Gute Chancen vor Gericht

Jastina Doreen Riederer wurde von der Miss-Schweiz-Organisation der Titel nachträglich aberkannt. Geht es nach den Organisatoren, darf sie sich auch nicht Ex-Miss-Schweiz nennen. Der Vorgang ist einmalig. Noch nie wurde eine Miss abgesetzt. Nun stellt sich die Frage, ob die öffentliche Freistellung überhaupt legal ist.

Anwalt Boris Etter stellt infrage, ob die Aberkennung des Miss-Schweiz-Titels überhaupt arbeits- und persönlichkeitsrechtlich zulässig ist. Bei einer Freistellung im befristeten, noch laufenden Arbeitsvertrag gelten der strenge Arbeitnehmerpersönlichkeitsschutz und der Datenschutz uneingeschränkt weiter. Anwalt Etter rechnet der geschassten Miss Schweiz reelle Chancen vor Arbeitsgericht aus.

Da war die Welt noch in Ordnung: Jastina Doreen Riederer im März 2018. Jetzt ist sie wegen Vertragsverletzungen ihren Titel wieder los.
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Jastina Doreen Riederer bei ihrer Krönung: Da war sie 19 Jahre alt.
Man habe die 19-Jährige «per sofort freigestellt», teil die Miss-Schweiz-Organisation mit.
SCHWEIZ MISS SCHWEIZ
Impressionen von der Miss Schweiz Wahl 2018 im Trafo Baden. Im Bild: Die Aargauerin Jastina Doreen Riederer aus Spreitenbach wird zur Miss Schweiz 2018 gewählt. Ex-Miss Laetitia Guarino übergibt ihr die Krone.
Miss-Schweiz-Wahl 2018 Die drei Finalistinnen: Jastina Doreen, Michela und Karen.
Miss-Schweiz-Wahl 2018 Jastina Doreen Riederer läuft an der Miss Schweiz-Wahl.
Miss-Schweiz-Wahl 2018 Jastina Doreen Riederer ist die neue Miss Schweiz.
Die Familie von Jastina Doreen ist überglücklich.
Miss-Schweiz-Wahl 2018 Sie darf heute die Krone der neuen Miss Schweiz übergeben: Laetitia Guarino (links).
Miss-Schweiz-Wahl 2018 Dominique Rinderknecht und Freundin Tamy Glauser.
Miss-Schweiz-Wahl 2018 Impressionen von der Miss Schweiz Wahl 2018 im Trafo Baden.
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Miss-Schweiz-Wahl 2018 Impressionen von der Miss Schweiz Wahl 2018 im Trafo Baden.
Miss-Schweiz-Wahl 2018 Ex-Miss-Schweiz Alina Buchschacher
Miss-Schweiz-Wahl 2018 Impressionen von der Miss Schweiz Wahl 2018 im Trafo Baden.
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Miss-Schweiz-Wahl 2018 TeleM1-Moderatorin und Ex-Miss-Schweiz Tanja Gutmann.
Miss-Schweiz-Wahl 2018 Impressionen von der Miss Schweiz Wahl 2018 im Trafo Baden.
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Miss-Schweiz-Wahl 2018 Impressionen von der Miss Schweiz Wahl 2018 im Trafo Baden.
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Miss-Schweiz-Wahl 2018 Der Bruder der Aargauer Kandidatin Jastina Doreen.
Miss-Schweiz-Wahl 2018 Impressionen von der Miss Schweiz Wahl 2018 im Trafo Baden.
Miss-Schweiz-Wahl 2018 Impressionen von der Miss Schweiz Wahl 2018 im Trafo Baden.
Miss-Schweiz-Wahl 2018 Impressionen von der Miss Schweiz Wahl 2018 im Trafo Baden.
Juli 2018: Jastina Doreen Riederer macht Ferien auf den Malediven.
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Jastina Doreen Riederer: Sie sieht aus wie Schneewittchen und lebt wie eine Prinzessin (Beitrag vom 23. September 2018)
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Jastina Doreen Riederer mit ihrer Mutter zu Hause.

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Sandra Ardizzone

Die Medienmitteilung der Miss-Schweiz-Organisation sei eine «mediale Hinrichtung» und gleiche einem rechtlich nicht zulässigen, nachteiligen und vor allem auch noch veröffentlichten Arbeitszeugnis. Vor Arbeitsgericht könne Riederer laut Etter wegen Verletzung des Arbeitnehmerpersönlichkeitsschutzes und Datenschutzes klagen. Als Schaden könnte sie versuchen, entgangene Aufträge geltend zu machen. Vor allem werde das Arbeitsgericht auch zu entscheiden haben, ob Riederer den Titel einer Ex-Miss-Schweiz führen darf.

Konkurrenzprodukt benutzt

Eine Umfrage bei den Sponsoren bringt etwas Licht in den Knatsch. Jastina Doreen Riederer habe etwa öffentlich ein Konkurrenzprodukt benutzt, lautet der – nur hinter vorgehaltener Hand geäusserte – Vorwurf eines internationalen Konzerns. Mit der öffentlichen Freistellung will die Firma aber nichts zu tun haben.

Der Ausrüster Ochsner Shoes hingegen war zufrieden mit der Zusammenarbeit mit Riederer. Swisscom wollte sich zur Freistellung nicht äussern, verwies aber darauf, dass sie nur Material gesponsert habe.

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