Niederwil
Wahl in Niederwil: Aus drei mach eins

Im ersten Wahlgang in Niederwil schafften drei CVP-Vertreter und FDP-Kandidat Valentino Benvenutti die Wahl. In Runde zwei kommt es zu einem Dreikampf.

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Aargauer Zeitung

Lukas Schumacher

Wer aus dem Kandidaten-Trio macht im zweiten Wahlgang das Rennen um den fünften und letzten Gemeinderatssessel? «Puh», stöhnt ein einheimischer Kenner der lokalpolitischen Szene, «fragen Sie mich etwas Einfacheres.» Alles sei möglich, niemand habe die Favoritenrolle inne. Denn beim ersten Wahlgang sei es sehr eng gewesen.

In der Tat lagen die drei Kandidierenden im ersten Umgang sehr nahe beieinander. Das nicht gewählte Trio erzielte bei einem absoluten Mehr von 276 Stimmen folgende Erebnisse: André Furrer (parteilos, neu) 266; Peter Gauch (SVP, neu) 259 und Maria Küng (CVP, neu) ebenfalls 259 Stimmen.

Die Gewählten im 1. Wahlgang

Im ersten Gemeinderatswahlgang vor zwei Monaten waren in Niederwil gewählt worden: Walter Koch, CVP, bisher, 518 Stimmen; Manfred Streich, CVP, bisher, 515; Kurt Studer, CVP, bisher, 487; Valentino Benvenutti, FDP, neu, 416.
Als neuer Gemeindeammann und Nachfolger von Thomas Peterhans wurde Walter Koch mit 466 Stimmen gewählt, bei einem absoluten Mehr von 279. Der bisherige Vizeammann Manfred Streich wurde mit 457 Stimmen wiedergewählt, wobei das absolute Mehr ebenfalls bei 276 lag. (SL)

Greift der Frauenbonus?

Die Pattsituation im ersten Umgang bewog alle drei, sich zum zweiten Wahlgang anzumelden. Weil jetzt das relative Mehr zählt, wird der fünfte Platz Ende November durch jene Person besetzt, die am besten abschneidet. Für die 50-jährige Maria Küng (Foto) spricht ihr Geschlecht. Sie wäre die einzige Frau im Gemeinderat Niederwil. Weil Frauen jeder Gemeindebehörde guttun, müsste sie eigentlich gewählt werden.

Auf der anderen Seite gehört Maria Küng der CVP an. Diese Partei belegt im neu gewählten Gemeinderat Niederwil bereits drei der vier Plätze. Maria Küng wäre somit die vierte CVP-Angehörige in der fünfköpfigen Gemeindebehörde. Diese Konstellation dürfte die Chancen der 50-jährigen Frau aus Nesselnbach stark mindern. Die Bibliothekarin, Wasser-Bewegungstherapeutin und Mutter eines 20-jährigen, Celebral-behinderten Sohnes hat sich in den letzten Jahren stark für das Behindertenwesen eingesetzt. Eine Wahl in den Gemeinderat erachtet sie als «Herausforderung und als Chance, einen Beitrag zur Entwicklung meiner Wohngemeinde zu leisten.» Ihre Hobbys: Tennis und Skifahren.

Zwei valable Mitbewerber

Der 49-jährige parteilose Informatiker André Furrer (Foto), verheiratet und Vater zweier Söhne, will im Gemeinderat «aktiv mithelfen, um die anstehenden Aufgaben möglichst vorteilhaft zu meistern.» Zu diesen Aufgaben zählt er die geplante neue Brücke Gnadenthal oder das brisante Thema Starkstromleitung in Niederwil und Fischbach-Göslikon. André Furrer ist Vorstandsmitglied der Schränzerclique und war lange Vorstandsangehöriger beim Fussballclub Niederwil. Hobbys: Guggenmusik, Fasnacht, Fussball, Familie, und Wandern.

Der 45-jährige Peter Gauch (Foto) kandidiert für die vor einem halben Jahr gegründeten SVP Niederwil-Nesselnbach. Gauch ist verheiratet, Vater zweier Mädchen und arbeitet im Kader einer Spezialbaufirma. Seine Erfahrung als Baufachmann möchte er im Gemeinderat einbringen, zumal mehrere Bauvorhaben anstehen, darunter die Umsetzung der neuen Industriezone Geeren oder die Erneuerung der umstrittenen Starkstromleitung. Peter Gauch will sich für die Verlegung der Stromleitung in den Boden einsetzen. Seine Hobbys: Wintersport und Motorradfahren.

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