Gesundheitszentrum
Vom Notfall bis zum Ultraschall

Im Frühsommer 2011 nimmt im neuen Aarauer Bahnhof das «Gesundheitszentrum» des Kantonsspitals seinen Betrieb auf. Offen ist weiter, wie die Hausärzte der Region eingebunden werden.

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Kantonsspital Aarau

Kantonsspital Aarau

Aargauer Zeitung

Thomas Röthlin

Gestern Freitag hat das Kantonsspital Aarau (KSA) bekannt gegeben, welche ambulanten Dienstleistungen im Bahnhofneubau angeboten werden sollen. Am Mittwoch hatte das KSA den Vertrag über den Kauf von 2400 Quadratmeter Stockwerkeigentum unterzeichnet. Verkäuferin ist die Stadt, welche die Fläche gekauft hatte, um die Realisierung des riesigen Neubaus sicherzustellen.

Ambulante Angebote im Bahnhof Aarau

Im «Gesundheitszentrum Bahnhof» bietet das Kantonsspital Aarau (KSA) ab Frühsommer 2011 Folgendes an: eine allgemeinmedizinische Praxis, die täglich zwischen 8 und 23 Uhr ohne Voranmeldung aufgesucht werden kann; eine Frauenklinik-Sprechstunde inklusive Jugendgynäkologie; Gefässmedizin, zum Beispiel Krampfadern-Behandlung; ein Brustzentrum mit Ultraschall, Mammografie und Magnetresonanztomografie; die Behandlung von Hauterkrankungen und Allergien; eine Hebammen-Sprechstunde; eine Sprechstunden für Kinder und Jugendliche, zum Beispiel bei Diabetes oder Allergien; Physiotherapie, andere Rehabilitationsprogramme und Prävention; unterstützende radiologische Dienstleistungen wie Röntgen («entlastet zusätzlich die stark belegte Radiologische Diagnostik auf dem KSA-Areal mit dem Ziel, Wartezeiten für Patienten abzubauen», steht im Communiqué); die Behandlung chronischer Wunden. (Mz)

Für die Käuferin stellt das «Gesundheitszentrum Bahnhof (. . .) eine Entlastung für die bestehende Infrastruktur im Kantonsspital dar, sodass die Wartezeiten verkürzt werden», heisst es in der Medienmitteilung. Ab Frühsommer 2011 stehen zehn ambulante Dienstleistungszentren zur Verfügung.

«Zusammenarbeit mit Hausärzten»

Eines dieser Angebote ist eine Praxis für allgemeinmedizinische Untersuchungen und Behandlungen, die täglich von 8 bis 23 Uhr geöffnet ist. Sie wird «in Zusammenarbeit mit den regionalen Hausärzten geführt».

Genau bei diesen hatte die Ankündigung des KSA, im Bahnhof ein Ambulatorium einzurichten, diesen Frühling für Kopfschütteln gesorgt. Auch wenn das KSA beteuerte, die niedergelassenen Hausärzte nicht zu konkurrenzieren, zeigten diese «Angst um unser Portemonnaie».

Während das Spital betonte, nur Dienstleistungen anzubieten, bei denen in der Region eine Unterversorgung bestehe, äusserten die Ärzte ihre Befürchtung eines Überangebots. Schliesslich stellte das Kantonsspital schon damals eine Zusammenarbeit mit den Ärzten in Aussicht, wobei einer von ihnen sagte: «Wir wollen nicht an einem anderen Ort arbeiten.»

Nach einem runden Tisch und weiteren Gesprächen sei das Einvernehmen gut, sagt jetzt KSA-Sprecherin Helen Winkler. Wie genau sich die Hausärzte an der neuen Praxis beteiligten, sei noch offen. Es liege aber «im Bereich des Möglichen», dass die Ärzte die Praxis gemeinsam selber betreiben. Ein Modell, wie es das Kantonsspital Baden kennt.

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