Die Weidenmeise ist die seltenste Meisenart der Schweiz. Sie kommt im Mittelland und der Juraregion vor. Um dem Rückgang der Art entgegenzuwirken, werden im solothurnischen Jungbäume auf Brusthöhe gekappt und bis zum Verfall stehengelassen, damit die Tiere im morschen Holz ihre Bruthöhle bauen können. 

Das funktioniere so weit so gut, heisst es beim Kantonalverband der Vogelschutzvereine «BirdLife Solothurn». Aber bis diese Holzstücke morsch werden, dauere es sieben bis acht Jahre. «Deshalb kam die Idee, vorhandene morsche Holzstücke einfach an lebende Bäume anzubinden», berichtet Ornithologe und Projektleiter Nicolas Martinez. «BirdLife Solothurn» hat zusammen mit den lokalen Revierförstern 2015 ein Projekt zur Förderung des seltenen Vogels gestartet.

Weitgehend verrottete Totholzstücke wurden an lebende Bäume festgebunden. Damit konnte die Menge an geeigneten Nistmöglichkeiten auf einfache Weise erhöht werden.

Das auf zehn Jahre angesetzte Projekt vermeldete jetzt einen Zwischenerfolg: Zwei Jahre nach der Umsetzung wurde festgestellt, dass ein Weidenmeisen-Paar diesen Frühling in Zuchwil in einem nur zehn Zentimeter dicken Totholzstück neun Junge erfolgreich aufgezogen hat. Dies sei insofern erfreulich, dass festgebundene Totholzstücke grundsätzlich von Weidenmeisen genutzt werden.

Eine seltene Meisenart brütet in Zuchwil

Eine seltene Meisenart brütet in Zuchwil

Das Erste mal schweizweit konnte dies nachgewiesen werden. Zudem wären gerade neun Jungen zwar nicht einmalig, aber doch an der oberen Grenze. Die Jungvögel sind mittlerweile ausgeflogen. «Trotzdem ist es nur ein Einzelnachweis. Wir hoffen, dass es in Zukunft noch zu mehr Bruten kommen wird», so Martinez. Das Projekt läuft noch bis 2025.