Bei Angel wurde nach dem Tod eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse festgestellt. Die Connyland-Verantwortlichen vermuten laut Brandenberger, dass Stress die Ursache dafür war.

Im Hinblick auf den Transport der drei Connyland-Delfine Chicky (27), Angel (8) und Secret (2) in die Meereslagune "Dolphin Cove" im Jamaika habe der Tagesablauf der Delfine umgestellt werden müssen. Das "Einpacken" der Delfine in eine Stretch-Matte sei intensiv geübt worden. "Das alles war zuviel für Angel", heisst es in einem Communiqué des "Connyland".

Das Delfin-Weibchen Chicky und ihr Junges Secret wurden am vergangenen Samstag in speziellen Transportboxen und unter Polizeibegleitung mit einem Sattelschlepper zum Flughafen Zürich transportiert. Von dort brachte ein Boeing-737-Transportflugzeug die Delfine nach Jamaika.

Zwei Delfine in Jamaika gut angekommen

Am Sonntag seien sie in der Lagune "Dolphin Cove" am Meer angekommen. Dort werden Chicky und Secret in eine bestehende Delfinfamilie integriert. Die beiden Tiere seien wohlauf, sagte Brandenberger. Nadja Gasser und der Chef-Delfintrainer des "Connyland" seien bei ihnen.

Mit der Umsiedlung der beiden Delfine nach Jamaika und dem Tod von Angel geht im Freizeitpark in Lipperswil eine Ära zu Ende. Seit 40 Jahren wurden im "Connyland" Delfine gehalten, maximal bis zu sieben Tiere. Das traurige Ende dieser Ära sei "unglaublich emotional", sagte Erich Brandenberger, der an der Medienkonferenz mit den Tränen kämpfte.

Mitte Oktober hatten Chicky, Angel und Secret zum letzten Mal vor Publikum in Lipperswil ihre Sprünge gezeigt. Danach wurde das letzte Delfinarium der Schweiz geschlossen.

Ein vom National- und Ständerat Mitte 2012 beschlossenen Importverbot für Delfine bedeutet für das Delfinarium das Aus. Eine natürliche Nachzucht ist mit drei verbleibenden Tieren nicht möglich.

Doppelter Delfintod

Das "Connyland" war vor zwei Jahren in die Schlagzeilen geraten: Damals starben innert einer Woche zwei Delfine. Dies rief Tierschützer auf den Plan, und es kam zu einer Strafuntersuchung.

Die Thurgauer Staatsanwaltschaft kam zum Schluss, die Delfine seien an einer Gehirnschädigung als Folge von zu hoher Antibiotika-Verabreichung gestorben. Ein deutscher Tierarzt wurde mit 4000 Franken gebüsst, das Verfahren gegen einen zweiten, ortsansässigen Veterinär wurde eingestellt.

Connyland-Geschäftsführer Erich Brandenberger zweifelte die Untersuchung der Staatsanwaltschaft an. Die beiden Delfine seien vergiftet worden, zeigte sich Brandenberger noch im vergangenen Juli überzeugt.