Landesregierung

Trotz Klimaprotesten: Der Bundesrat fliegt wieder mehr

Die sieben Bundesräte waren im Jahr 2018 insgesamt fast 800 Stunden in der Luft, wie die neue Statistik des Bundes zeigt. Am meisten geflogen ist abermals Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann. Wer nach ihm kommt, überrascht auf den ersten Blick.

Das Amt eines Bundesrates ist mit vielen Strapazen verbunden, hat im Gegenzug aber auch einige Annehmlichkeiten. Eine davon: Ein Bundesrat kann im eigenen Flugzeug oder Helikopter fliegen, sei es zum Truppenbesuch am WEF oder zur Uno-Hauptversammlung in New York.

Dafür gibt es den sogenannten Lufttransportdienst des Bundes, eine militärische Formation der Luftwaffe, die im Auftrag der Landesregierung, der Departemente, der Bundesversammlung, der Bundeskanzlei und der Bundesgerichte Flüge durchführt.

Von dieser Möglichkeit machten die sieben Bundesräte im vergangenen Jahr rege Gebrauch: Der Lufttransportdienst flog 2018 insgesamt 1061 Stunden für die Landesregierung und die Departemente, davon entfielen 788 Stunden auf den Bundesrat selbst. Das ist eine deutliche Zunahme gegenüber dem Vorjahr, als die Magistraten rund 620 Stunden geflogen waren.

Vielflieger Johann Schneider-Ammann

Am längsten in der Luft war 2018 abermals Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammmann, auf ihn entfielen 229 der 788 Stunden. Auf dem zweiten Platz liegt Alain Berset mit 136 Stunden. Auf den ersten Blick mag überraschen, dass gerade der Innenminister so oft in der Welt herumfliegen muss. Es gilt jedoch zu beachten, dass Berset im vergangenen Jahr auch Bundespräsident war und deswegen noch andere Amtspflichten hatte.

Auf dem dritten Platz folgt dann Aussenminister Ignazio Cassis mit 126 Flugstunden. Im Jahr 2018 am wenigsten geflogen sind die damalige Justizministerin Simonetta Sommaruga sowie die ehemalige Umweltministerin Doris Leuthard.

Flugzeuge und Helikopter für die Magistraten

Dem Lufttransportdienst des Bundes setzt verschiedene eigene Flugzeuge und Helikopter ein, um die Magistraten ans gewünschte Ziel zu bringen. Am meisten benutzt wurde im vergangenen Jahr der klassische Bundesratsjet, eine Dassault Falcon 900EX. Für den Bundesrat und die Departemente war er rund 160 Stunden in der Luft. Rund 60 Stunden wurde mit dem Eurocopter EC635 geflogen.

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