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Toni Brunner: «Wenn Hurter gewählt wird, gibt es halt drei FDP-Bundesräte»

Elefantenrunde mit den Parteipräsidenten auf Tele Züri.

Elefantenrunde mit den Parteipräsidenten auf Tele Züri.

Ein Grossteil der Linken macht keinen Hehl daraus: Die drei SVP-Bundesratskandidaten sind für sie nicht wählbar. Während heute noch weitere Hearings stattfinden, wird hinter verschlossenen Türen weiter intensiv nach Sprengkandidaten gesucht.

TalkTäglich sendet live aus dem Vorzimmer des Ständeratssaals - die Elefantenrunde mit den Parteipräsidenten läutet die «Nacht der langen Messer» ein. Die Runde ist illuster - ebenso ihre Stellungnahmen.

Markus Gilli hält den Finger direkt auf die Wunde. Der «TalkTäglich»-Moderator eröffnet die Elefantenrunte auf Tele Züri mit den Worten: «Thomas Hurter sagt nichts zu den Bundesratswahlen und er ist nicht in der Fraktion erschienen.»

SVP-Präsident Toni Brunner zeigt sich unbeeindruckt: «Es ist Vorwahlzeit. Thomas Hurter wird gerade der Speck durch die Nase gezogen. Jetzt schauen wir zuerst, was morgen passiert.» Und zudem hätten es Politiker, die am Vorabend der Bundesratswahl als Sprengkandidaten gehandelt werden, sehr schwierig, tatsächlich gewählt zu werden.

Trotzdem aber, hält Gilli fest, geistere Hurter als Sprengkandidat durch die Wandelhalle.

Grünen-Präsidentin Regula Rytz sagt: «Der Nebel ist gerade im Bundeshaus dicker als draussen.» Auch BDP-Präsident Landolt bestätigt: «Morgen wird kein grosses Spektakel stattfinden.»

Toni Brunner ergänzt alsdann: «Wenn Thomas Hurter gewählt wird, dann gibt es halt drei FDP-Bundesräte.» FDP-Parteipräsident Philipp Müller entgegnet sogleich: «Die FDP will keinen dritten Bundesrat. Nur weil ein Schaffhauser Kantonalvorstand sich unbedarft äussert, kommt es trotzdem nicht in Frage, dass wir Thomas Hurter aufnehmen würden.» 

Martin Landolt ergänzt: «Die BDP ist kein Auffangbecken für ausgeschlossene SVP-Bundesräte.»

In der Elefantenrunde wird klar: Die CVP, die FDP, die BDP und die GLP werden die offiziellen Kandidaten des SVP-Dreiertickets wählen. 

Einzig die Grünen-Präsidentin Regula Rytz sagt: «Wir wählen keinen Kandidaten des SVP-Dreiertickets. Wir haben ein Problem mit der heutigen SVP-Politik.» Und doppelt nach: «Wir haben vor acht Jahren ein Mitglied der SVP in den Bundesrat gewählt – die abtretende Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf.»

SP-Vizepräsidentin Barbara Gysi ist ebenfalls klar: «Die SP wählt sicher nicht Norman Gobbi. Das SVP-Trio ist enttäuschend und keine echte Auswahl. Die SVP sollte sich damit nicht rühmen. Es ist beschämend, dass keine Frau unter den Kandidaten ist.»

Toni Brunner kontert: «Dass die SP keine Luftsprünge macht, haben wir angenommen. Der SVP-Bundesrat wird nun mal kein SP-Parteibüchlein vertreten. Und dass sie Norman Gobbi nicht wählen, war schon vor den Hearings bekannt.»

Der CVP-Parteipräsident Christophe Darbellay zeigt sich in der ganzen Runde sehr gelassen: «Auch wenn es für die Journalisten langweilig ist: Wir sind nicht begeistert, aber wir werden das SVP-Dreierticket wählen.»

Und zu Norman Gobbi als Bundesrat sagt er klar: «Das Tessin jammert zu Recht, dass sie seit 16 Jahren keinen Bundesrat hatten. Aber die Wahl ist auch eine Frage der Person.»

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