Er kandidiere im Sinne eines "Green new deal" in einer Liste mit den Grünen und wegen der unhaltbaren Zustände im Gesundheitswesen, erklärte Cavalli am Donnerstag auf Anfrage zu einem Bericht der Tamedia-Zeitungen. Der "Corriere del Ticino" hatte bereits am Vortrag über die Absichten Cavallis berichtet. Es gebe immer mehr Zweiklassenmedizin und das Krankenversicherungsgesetz implodiere.

Die Wahlchancen der Gruppe, die insbesondere grüne Anliegen forciere, seien intakt, sagte der Koordinator der Forschung am Institute of Oncologic Research (IOR) am Spital in Bellinzona den Tamedia-Zeitungen. Der siebenfache Vater rechnet demnach damit, dass die Allianz aus SVP und Lega bis zu zwei Nationalratssitze verlieren könnte.

Ziel der Bewegung ist es, mindestens einen Sitz im Nationalrat zu holen. Das Forum plant eine gemeinsame Liste mit den Grünen. Diese haben wiederum eine Listenverbindung mit der SP.

Nach einer allfälligen Wahl will Cavalli den Angaben zufolge in der Fraktion der Grünen politisieren. Nach Möglichkeit will er auch mit weiteren Linkspolitikern eine eigene Fraktion gründen.

Zwölf Jahre für die SP im Nationalrat

Cavalli politisierte ab 1995 zwölf Jahre lang für die Sozialdemokraten im Nationalrat, von 2001 bis 2004 war er Chef der SP-Bundeshausfraktion. Im Jahr 2007 trat er von seinem Mandat zurück und übte harsche Kritik an seiner Partei. Eine Kandidatur für den Ständerat im selben Jahr scheiterte. 2011 kandidierte er vergeblich für die Tessiner SP um einen Sitz im Ständerat.

Das Forum Alternativo wurde 2013 von Cavalli zusammen mit dem Gewerkschaftler Enrico Borelli und dem Gründer der Vereinigung "Belticino", Giancarlo Nava, initiiert. Sie wollen der Linken im Tessin neuen Schwung verleihen.