Verkehr

Swisspass statt Halbtax und GA: Das ändert sich für die Kunden

Der SwissPass ist eine Chipkarte

Der SwissPass ist eine Chipkarte

GA- und Halbtax-Karte haben bald ausgedient. Im August kommt der SwissPass. Acht Fragen und Antworten zur neuen Karte für den öffentlichen Verkehr

Es klingt mehr nach einer Warnung: Der Swisspass sei kein freiwilliges Projekt, erklärte Ueli Stückelberger, Direktor des Verbands öffentlicher Verkehr, zum Auftakt der gestrigen Präsentation des neuen öV-Abos. Im Mai erhalten erste Pionierkunden die rote Karte. Ab August ersetzt der Swisspass alle General- und Halbtax-Abos, die abgelaufen sind.

1. Was ändert sich mit dem Swisspass für die öV-Nutzer?

Vorerst wenig. Wer heute ein GA oder Halbtax besitzt und dieses erneuern will, erhält ab dem 1. August einen Swisspass. Dasselbe gilt für alle, die ein GA oder Halbtax neu kaufen. Die alten, blauen Karten verschwinden und werden durch eine rote Karte ersetzt. Sie enthält neu einen Chip mit Informationen zur Person.

2. Ersetzt der Swisspass das herkömmliche Einzelbillett?

Nein. Halbtax-Besitzer und alle anderen Passagiere müssen weiterhin ein Ticket am Schalter, am Automaten oder via Handy oder Internet lösen. Schrittweise wird der Service auf Abonnements von regionalen Bahn- und Busbetrieben ausgeweitet. Als Erstes nutzen Westschweizer Anbieter den Swisspass, später sollen andere folgen. Daneben werden das Gleis 7, die Juniorkarte und andere Angebote dereinst mit dem Swisspass ersetzt. Der Zeithorizont ist jedoch nicht in Stein gemeisselt. Auch die Frage, ob Einzelbillette je auf den Swisspass geladen werden können, bleibt vorerst unbeantwortet. Technisch wäre es ab 2017 möglich.

3. Werden die Abonnemente durch die Umstellung teurer?

Die rund 61 Millionen Franken, die das Projekt an direkten Kosten verursacht, werden zwar nicht auf die Kunden abgewälzt, sondern von den Transportunternehmen finanziert. Das Halbtax wird aber wegen höherer Trassengebühren mittelfristig teurer. Bis zur Einführung des Swisspass bleibt der Preis von 175 Franken für ein einjähriges Halbtax unverändert. Bei nahtloser Erneuerung ab August sowie im ersten Jahr für Neukunden kostet es 165 Franken. Danach steigt der Preis für Neukunden auf 185 Franken. Das Halbtax wird ausserdem künftig nur noch mit einjähriger Laufzeit angeboten. Und das Abo verlängert sich automatisch um ein Jahr, wenn der Kunde nicht kündigt.

4. Was passiert, wenn ich nicht rechtzeitig kündige?

Zumindest in der Anfangszeit versprechen die SBB eine gewisse Kulanz: Wer den Kündigungstermin verpasst, kann das Abo aufs nächste Monatsende abbestellen, ohne gleich den Jahresbeitrag bezahlen zu müssen. Die SBB verteidigen die automatische Verlängerung mit der Vereinfachung für 60 Prozent der GA-Kunden, die das Abo nahtlos erneuern.

5. Der Swisspass hat einen Chip, der Daten speichert. Was passiert mit diesen Informationen?

Auf dem Swisspass sind Name, Bild und Geburtsdatum des Kunden gespeichert. Die SBB können über den Chip weder Personen orten noch ein Bewegungsprofil erstellen. Bei der Kontrolle wird weder Ausgangs- noch Ankunftsort erfasst. Ferner beteuern die SBB, die Daten nicht an Dritte weiterzugeben.

Neben Bahn- und Busfahrten kann der Swisspass als Skiabo, als Mobility-Karte und zur Velo-Ausleihe verwendet werden. Patric Sandri

Neben Bahn- und Busfahrten kann der Swisspass als Skiabo, als Mobility-Karte und zur Velo-Ausleihe verwendet werden. Patric Sandri

6. Automatische Kündigung, Datenschutzfragen und der Kontrolleur, der länger braucht, um die Karte zu lesen, als anzuschauen. Welchen Nutzen hat der Swisspass?

Der Kontrolleur hat zwar 2 bis 3 Sekunden länger, aber er kann mit seinem Gerät sowohl den Swisspass als auch im Internet gekaufte Tickets prüfen. Zudem kann er Betrüger leichter überführen: Die Maschine zeigt an, wenn die Karte eben erst gescannt wurde. Und bei Verlust kann sie gesperrt werden.

7. Welchen Mehrwert bringt sie aber dem Kunden?

Neben der öV-Nutzung dient die Karte fürs Umsteigen auf andere Verkehrsmittel: zum Automieten bei Mobility, Veloausleihen bei Publibike oder als Skipass für Schweizer Skigebiete.

8. Wieso kann ich eine Skitageskarte auf den Swisspass laden, nicht aber eine Tageskarte des öV?

Die Skigebiete sind den öffentlichen Transportunternehmen einen Schritt voraus. Für eine Tageskarte oder ein Einzelbillett im öV müssen erst sämtliche Daten der Verkehrsbetriebe gebündelt werden. Ein solches zentrales Preissystem befindet sich seit zwei Jahren im Aufbau, frühestens Ende 2016 wäre es betriebsbereit.

GA und Halbtax ade, SwissPass ahoi!

GA und Halbtax ade, SwissPass ahoi!

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