Spielfeld
Streit um gekündigten Platz geht weiter

Das Amtsgericht Thal-Gäu in Balsthal befasste sich gestern mit der Klage des FC Kestenholz gegen die Kündigung eines Spielfeldes durch Eigentümer Peter von Däniken. Dabei kam es weder zu einer Einigung noch zu einem Urteil.

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Spielfeld gekündigt

Spielfeld gekündigt

Solothurner Zeitung

Erwin von Arb

Die Bemühungen von Amtsgerichtspräsident Franz Jeker, die beiden Parteien zu einem konstruktiven Dialog zu bewegen, blieben ohne Erfolg. Landwirt Peter von Däniken erklärte, dass er dem Fussballclub Kestenholz die Pacht für das Spielfeld gekündigt habe, weil dieser seiner Pflicht, darauf für Ordnung zu sorgen, nicht nachgekommen sei (wir berichteten).

Eigentlich habe er erwartet, dass sich die Vereinsführung nach der per 30. September 2009 ausgesprochenen Kündigung mit ihm zusammensetze, um nach einer Lösung zu suchen. Doch statt zu reden, habe der Verein juristische Schritte eingeleitet.

FC-Präsident im Visier

Von Dänikens Anwalt Benno Mattarell stellte klar, dass sein Mandant derzeit keinen Grund sehe, um dem FC Kestenholz entgegenzukommen. Von Däniken selbst machte zudem deutlich, dass er insbesondere mit FC-Präsident René Baumann und Anwalt Christoph Schönberg Mühe habe. Man müsse sich gar die Frage stellen, ob Baumann als Präsident tragbar sei. Ein Gespräch mit den beiden lehnte von Däniken kategorisch ab.

FC-Präsident René Baumann rechtfertigte das Vorgehen des Fussballklubs damit, dass bei einer Kündigung das Gespräch nicht mehr gesucht werden müsse. «Das muss geschehen, bevor man eine Kündigung schreibt», betonte er.

Den wahren Grund der Kündigung ortete Baumann einerseits bei den Subventionen, welche der Landwirt im Auge habe; anderseits in von Dänikens erfolgloser Opposition gegen den Bau einer Heizzentrale nahe seiner Liegenschaft in Kestenholz.

Chancen für Mieterschutz?

Jeker ermahnte Baumann, solche Querverweise zu unterlassen und verwies darauf, dass es hier nur um die vom FC Kestenholz eingereichte Klage gegen die Kündigung des Spielfeldes gehe. Der Amtsgerichtspräsident gab zu bedenken, dass die Berufung auf Mieterschutzbestimmungen in diesem Fall nicht schlüssig sei, zumal es sich beim Platz weder um ein Geschäfts- noch ein Wohnhaus handle. Zu diesem Schluss sei auch das Oberamt beim Schlichtungsversuch Anfang Jahr gekommen.

Jekers Werben für einen Rückzug der Klage stiess beim rechtlichen Vertreter des FC Kestenholz nicht auf fruchtbaren Boden. Vielmehr brachte Anwalt Christoph Schönberg zum Ausdruck, er sähe sehr wohl Chancen, dass ein Gericht die Anwendung der Mieterschutzbestimmungen zulassen könnte.

«Wir ziehen unsere Klage nicht einfach zurück, um dann auf Gedeih und Verderb Herrn von Däniken ausgeliefert zu sein.» Schönberg stellte den Antrag, eine schriftliche Beweisführung zu verfügen, um dem FC Kestenholz die Möglichkeit zu geben, weitere Zeugen zum Fall zu befragen.

Gesprächsbereit mit Auflagen

Benno Mattarell erklärte sich damit einverstanden, hielt aber gleichzeitig fest, dass sein Mandant kein Interesse an einer aussergerichtlichen Einigung habe. Auf die Frage des Richters, ob FC-Präsident René Baumann das Problem sei und ob von Däniken allenfalls mit anderen Vertretern des FC verhandeln würde, erklärte sich der Landwirt gesprächsbereit. «Aber nicht mit den Herren Baumann und Schönberg», meinte er unmissverständlich.

Amtsgerichtspräsident Jeker verfügte schliesslich in Anbetracht der verhärteten Fronten die gewünschte schriftliche Beweisführung. Dafür wurde den Vertretern des FC ein Monat Zeit einberaumt. Nach Ablauf dieser Frist wird die Gegenpartei die Gelegenheit bekommen, ihrerseits Stellung zu nehmen.

Wenn es keine Lösung gibt

Zwei Monate wertvolle Zeit gehen so verloren, wie Franz Jeker nach der Verhandlung bestätigte. Zeit, die der FC dringend bräuchte, um im Spielfeldstreit vielleicht doch noch eine Lösung zu finden. René Baumann will am 18. Mai den Vereinsvorstand über die gestrige Verhandlung informieren. Dann soll auch darüber beraten werden, ob eine Delegation bestimmt wird, die mit von Däniken Verhandlungen aufnimmt.

Wenn keine Lösung erzielt werde, gehe das vor allem auf Kosten der 130 Mitglieder starken Juniorenabteilung, welche den gekündigten Platz mehrheitlich bespielt, gibt Baumann zu bedenken. Für die anderen Mannschaften reichen die zwei anderen Spielfelder bis anhin aus.

Sollte das Juniorenfeld aber wirklich wegfallen, sei der normale Spielbetrieb ernsthaft gefährdet. Bis zur Generalversammlung am 19. Juni sollte gemäss Baumann klar sein, in welche Richtung es geht. Bis dann will er auch entscheiden, ob er als Präsident noch ein siebtes Jahr dranhängt.

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