So wurde 1984 die befristete Einführung der Autobahnvignette mit 53 Prozent Ja-Stimmen gutgeheissen. Gleichzeitig befürworteten die Stimmberechtigten die von den Strassenverkehrsverbänden bekämpfte Schwerverkehrsabgabe mit 59 Prozent Ja. Die Westschweiz lehnte beides ab.

Zehn Jahre später sprach sich das Stimmvolk gegen den Willen der Autoverbände mit 69 Prozent Ja deutlich dafür aus, die Vignette definitiv einzuführen. 72 Prozent votierten für die Verlängerung der pauschalen Schwerverkehrsabgabe. Diesmal standen auch die Romands mehrheitlich hinter den Vorlagen.

Gleichzeitig gaben 67 Prozent dem Bund grünes Licht, um die Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA) einzuführen. 1998 scheiterte die Nutzfahrzeugbranche mit einem Referendum gegen die LSVA. 57 Prozent stimmten für damals für die Abgabe.

Volk sagte mehrfach Ja zu Treibstoffzoll-Vorlagen

Mit einem ersten Anlauf, zusätzliche Mittel für die Autobahnen frei zu machen, waren die Behörden noch gescheitert. Nachdem es 1958 dem Bau des Autobahnnetzes wuchtig zugestimmt hatte, verweigerte das Stimmvolk 1961 einem Zollzuschlag auf Treibstoffen den Segen.

Schon im Jahr darauf aber trat eine neue Finanzierungsvorlage in Kraft - und 1975, 1983 und 1993 sagte das Volk stets Ja zu den Treibstoffzoll-Vorlagen von Bundesrat und Parlament. Im letzten Fall wurden allerdings die traditionell autofreundlicheren Westschweizer Kantone einmal mehr überstimmt.
Weitere Abstimmungen zum Strassenverkehr in Sicht

Nach dem erfolgreichen Referendum gegen die teurere Autobahnvignette hat die Autolobby bereits neue Pfeile im Köcher. Mit einer im März lancierten "Milchkuh"-Initiative will ein bürgerliches Komitee dafür sorgen, dass die Abgaben der Strassenbenützer vollumfänglich der Strasse zugute kommen.

Auch die Auto-Partei, von 1994 bis 2009 als Freiheitspartei bekannt, meldet sich zurück. Seit Mai sammelt sie Unterschriften für ein "Ja zu vernünftigen Tempolimiten" sowie für "Freie Fahrt statt Mega-Staus" auf Autobahnen. Mit einer dritten Initiative verfolgt sie die gleichen Ziele wie die "Milchkuh"-Initianten.

Schon im Februar gelangt die FABI-Vorlage für die künftige Bahnfinanzierung zur Abstimmung. Sie betrifft wegen der Begrenzung des Pendlerabzugs bei den Steuern auch die Autofahrer. 2015 könnte zudem der Bau einer zweiten Gotthard-Röhre erneut vors Volk kommen. Gegner des Vorhabens haben bereits das Referendum angekündigt.