Artenvielfalt

Statt nur einer gibt es elf Panther-Chamäleonarten auf Madagaskar

Die elf neuen Arten der Panther-Chamäleons lassen sich anhand ihrer Färbung unterscheiden

Die elf neuen Arten der Panther-Chamäleons lassen sich anhand ihrer Färbung unterscheiden

Hinter der unwahrscheinlich reichhaltigen Farbpalette der Panther-Chamäleons auf Madagaskar verstecken sich in Wahrheit elf verschiedene Arten. Dies weisen Genfer und madagassische Forscher in einer neuen Studie nach.

Das Team von Michel Milinkovitch an der Universität Genf und Achille Raselimanana von der Universität Antananarivo in Madagaskar haben während zwei Jahren die Insel von Osten nach Westen durchforstet. Dabei fanden sie 324 Panther-Chamäleons, von denen sie jeweils einen Tropfen Blut nahmen. Ausserdem fotografierten sie die Reptilien digital, wie die Universität Genf in einer Mitteilung schreibt.

Dabei entdeckten die Forschenden, dass sich innerhalb dieser Gattung mehrere Arten verstecken, wie sie nun im Fachjournal "Molecular Ecology" berichten. Denn die DNA-Analysen des Blutes legen nahe, dass die jeweils dominante Farbe der Tiere in einem engen Zusammenhang mit ihrem geografischen Lebensort steht.

Zudem unterschieden sich die genetischen Strukturen der einzelnen geographischen Gruppen leicht voneinander, was ein Indiz dafür ist, dass sie sich nicht untereinander paaren. Dies ist eine Bedingung für das Entstehen separater Arten.

Mathematische Analysen der hochauflösenden Fotos bestätigten weiter, dass die lokalen Gruppen jeweils eigene, subtile Farbmuster besitzen. Anhand der Farbanalysen konnten die Forscher einen einfachen Schlüssel zur Klassifikation der verschiedenen Arten von Panther-Chamäleons entwickeln.

Panther-Chamäleons werden bis zu 50 Zentimeter gross und gehören somit zu den Grössten ihrer Verwandtschaft. Die Tiere können nicht nur ihre Augen unabhängig voneinander bewegen, sondern durch das durch Nerven gesteuerte Verschieben des Farbstoffs Melanin in der Haut blitzschnell ihre Farbe ändern.

Museum der Artenvielfalt

Madagaskar sei ein lebendes Museum der Artenvielfalt, betonten die Forscher: Zwischen 80 und 90 Prozent aller dort lebende Arten seien weltweit nur dort zu finden. Bekannt sind mindestens 15'000 Pflanzenarten, über 400 Reptilienarten - darunter allein 85 verschiedene Chamäleonarten - und 300 Amphibien, dazu ungezählte Fischarten und Wirbeltiere.

Dieses "Museum" gelte es zu schützen, erklärte Milinkovitch in der Mitteilung. Die Artenvielfalt auf der Insel ist vor allem durch die Abholzung der Wälder bedroht, die als notwendig angesehen wird, um die Grundbedürfnisse der Einheimischen zu decken. Madagaskar gehört zu einer der ärmsten Regionen der Erde.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1