FC Hausen
Standpunktaustausch zwischen Befürwortern und Gegnern

Überraschender Informationsabend des FC Hausen zum Fussballplatzprojekt Keine dröge Werbeveranstaltung, sondern ein interessanter Austausch von Standpunkten hat am Donnerstagabend auf dem Sportplatz im Hausemer Jonentäli stattgefunden.

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Diskussion FC Hausen

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Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern

Von Martin Platter

Viel ist in den vergangenen Wochen gesagt, geschrieben und mittels Flugblättern propagiert worden zum geplanten Fussballplatzprojekt auf der Huser Allmend. Die Standpunkte scheinen bezogen, die Abstimmungsunterlagen sind letzte Woche in die Haushalte der Oberämtler Gemeinde verschickt worden. Am 28. Juni wird sich herausstellen, wie es mit dem Fussballclub Hausen weitergeht.

Die Informationsveranstaltung des FC Hausen am Donnerstagabend schien deshalb etwas spät. «Wir möchten Ihnen sagen, wie es um den FC steht», begrüsste Michel Wagner, der Präsident des Fussballclubs, die zahlreichen Eltern, Interessierten, die Delegation des Gemeinderates und auch Gegner, die sich im Jonentäli eingefunden hatten.

Emsiger Betrieb

Derweil auf den verschiedenen Plätzen, stimuliert durch das schöne Sommerwetter, viel Betrieb herrschte - nicht einzig von Fussballern. Auch zahlreiche Mitglieder des Turnvereins waren am Trainieren. Man konnte sich ein Bild davon machen, wie eng die Platzverhältnisse tatsächlich sind. «Sehr schwierig wird`s, wenn's regnet, und der grösste Teil der Rasenfläche gesperrt ist», erklärte Wagner und erwähnte die fehlenden Garderoben. Bei schönem Wetter ziehen sich die Sportler unter dem Vordach des Kiosk um. Wenn`s nass sei, stehe eine Garderobe im Schulhaus Weid zur Verfügung, die bei Matches von bis zu 60 Personen genutzt werde. In den unteren Kategorien werde das noch toleriert. Ab der vierten Liga bestünden die gegnerischen Mannschaften jedoch auf eine eigene Garderobe. «Unsere Mannschaft weicht dann jeweils zum Umziehen in die Wohnung von Trainer Toni Schneitter nach Heisch aus», so Wagner.

Mehr Sorgen bereitet dem FC-Präsident die ungewisse Situation, die sich belastend auf die Stimmung im Club auswirke: «Wir hängen mit unseren Trainern und Funktionären in der Luft.» Etliche hätten ihr weiteres Engagement für den FC vom Urnenentscheid Ende Juni abhängig gemacht. Wagner rechnet mit einem Exodus, sollte das Projekt abgelehnt werden.

Unbehagliches Szenario

Ein Szenario, das auch dem Gemeinderat nicht behagt. «Sechs Jahre Planung wären für die Katz gewesen», erklärte Hochbauvorstand Hans Binzegger, ehe er in groben Zügen nochmals die verschiedenen Stationen und deren Kostenprognosen auf der Suche nach einem geeigneten Standort für den Fussballplatz nachzeichnete. «Dabei wurden auch Varianten im Jonentäli durchgerechnet, die jetzt von Gegnern plötzlich wieder als Alternative dargestellt werden», ärgert sich der Hochbauvorstand. Die Umzonung des Landes auf der Huser Allmend, die vorbehältlich des Urnenentscheids vom Stimmvolk an der Gemeindeversammlung Anfang September 2008 gutgeheissen worden war, müsste bei einem Nein wieder rückgängig gemacht werden. «Wir würden neben viel Zeit und den Kosten für die Projektierung auch die 1,2 Millionen Franken Kostenbeteiligung aus den Gemeinden Kappel, Rifferswil und Aeugst verlieren und müssten wieder bei null beginnen», gab Gemeindepräsident Rene Hess zu bedenken.

Selbstverständliche Ablehnung

«Selbstverständlich wollen wir die Ablehnung des Projektes. Wir sind aber weder gegen den FC noch gegen die Jugend, sondern möchten lediglich ein für den Hausemer Steuerzahler kostengünstigeres Projekt», stellte Jürg Hälg klar. Zusammen mit 49 weiteren Sympathisanten hat er eine Interessengemeinschaft gegen das Fussballplatzprojekt ins Leben gerufen und koordiniert das Kernteam mit Jürg Rupp, René Marthaler, Pia Simon, Beat Weber und Jürg Zollinger.

«Dividiere ich die Investitionskosten von 2,625 Millionen Franken, die Hausen zu tragen hat, durch die 65 FC-Mitglieder aus der Gemeinde, sind das über 40000 Franken pro Fussballer», rechnete Hälg vor. Die weiteren Beitragsgemeinden führen wesentlich günstiger. Binzegger konterte, dass diese Zahlen so nicht vertretbar seien. Rund eine Million koste das Land, das danach der Gemeinde gehöre - während die Beitragsgemeinden lediglich das Recht auf bevorzugte Aufnahme ihrer Fussballer in den FC hätten. Weitere 800000 Franken würden für die Erschliessung - Ausbau Kläristrasse, Einlenker Rifferswilerstrasse, Hochwasserschutz und Bachausbau - aufgewendet, die auch der Kläranlage zugute komme. Es bleibe ein Restbetrag von rund 900000 Franken für die Fussballanlage.

Weiter Investitionshorizont

«Man kann die Investitionskosten nicht nur auf ein Jahr rechnen. In Zukunft kommen weitere Jahrgänge von Spielern, durch die sich die Kosten dividieren», relativierte Finanzvorstand Thomas Jucker. Überdies hätten die auswärtigen Spieler einen zusätzlichen Infrasturkturbeitrag zu leisten. «Hausen kann sich dieses Projekt ohne Steuererhöhung leisten», ist Jucker überzeugt.

«Dann haben Sie den Steuerzahlern in der letzten Dekade jährlich fünf Steuerprozente zuviel verlangt», konterte Hälg. Darauf erklärte Hess Hälg das System des Steuerausgleichs: «Wir waren in den letzten Jahren stets am unteren Ende des steuerlichen Spielraums für Ausgleichsgemeinden wie Hausen eine ist. Günstigere Steuern hätten uns alleine in den letzten zwei Jahren 2,6 Millionen Franken Finanzausgleich des Kantons gekostet.»

«Man kann eine Fussballanlage bauen, die den Hausemer Steuerzahler eine Million weniger kosten würde», ist Hälg überzeugt. Er würde sich für die Arbeit in einer entsprechenden Kommission zur Verfügung stellen. Wo diese Anlage entstehen könnte, diese Antwort blieb Hälg allerdings schuldig.

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