Schweiz

Ständerat lehnt Lehrlingsfonds für Unternehmen ab

Viele Lehrstellen sind durch die Coronakrise gefährdet. Im Bild ein angehender Uhrmacher.

Viele Lehrstellen sind durch die Coronakrise gefährdet. Im Bild ein angehender Uhrmacher.

Wer Lehrlinge ausbildet und Abgänger weiterbeschäftigt, soll keine finanzielle Anreize erhalten. Der Ständerat hat einen Vorstoss mit diesem Anliegen abgelehnt.

(rwa) Die Coronakrise wirke sich negativ auf die Berufsaussichten von Lehrstellensuchenden sowie Lehrabgängerinnen und Lehrabgängern aus, begründete Daniel Jositsch (SP/ZH) am Donnerstag im Ständerat seine Motion. Studien hätten gezeigt, dass die Zahl der ausgeschrieben Stellen um die Hälfte eingebrochen sei und jeder vierte Lehrabgänger nicht weiterbeschäftigt werde. Jositsch schlägt deshalb die Schaffung eines Fonds vor, damit weniger Ausbildungsplätze verloren gehen und der Berufseinstieg von Lehrabgänger ermöglicht wird.

Auf diese Weise sollen Unternehmen unterstützt werden, die von der Krise betroffen sind und aufgrund dessen auf die Beschäftigung von Lehrabgängerinnen und Lehrabgänger oder auf die Einstellung von Lernenden verzichten müssten. Das sei nicht zuletzt deshalb wichtig, weil die Absolventinnen und Absolventen von heute die Fachkräfte von morgen seien, betonte Jositsch. Diese Argumentation überzeugte den Ständerat jedoch nicht. Er wies die Motion mit 26 zu 14 Stimmen ab.

Stattdessen hat die kleine Kammer dem Bundesrat den Auftrag erteilt, in einem Bericht darzulegen, wie Lehrabgängern besser geholfen werden kann, die trotz engagierter Suche keine Anschlusslösung finden. Sie hat ein Postulat, ebenfalls eingereicht von Daniel Jositsch, mit 22 zu 21 Stimmen knapp angenommen. Im Fokus steht dabei das Berufspraktikum. Dieses ermöglicht es, während maximal sechs Monaten weitere Berufserfahrung zu sammeln, berufliche Kenntnisse zu vertiefen und das persönliche Netzwerke zu vergrössern.

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