Reaktion

Sex-Skandal der Genfer Polizei: Jetzt reagiert die Kantonsregierung - und ergreift Massnahmen

Der Sex-Skandal der Genfer Polizisten ist noch nicht restlos aufgearbeitet.

Der Sex-Skandal der Genfer Polizisten ist noch nicht restlos aufgearbeitet.

Vor einem Jahr erschütterte eine Sex-Affäre der Ordnungshüter den Kanton Genf.  Staatsratspräsident Antonio Hodgers hat nun bekannt gegeben, wie die Regierung mit dem Fall umgeht.

Vor einem Jahr wurde der Skandal publik. Gegen mehrere Polizisten wurde im Kanton Genf ermittelt. Im Kern der Untersuchung der Staatsanwaltschaft ging es um Amtsgeheimnisverletzungen und korrupte Machenschaften im Rotlichtmilieu.

Ort der Delikte war das Genfer Quartier Pâquis, wo Prostituierte in Schaufenstern ihren Körper verkaufen. Medienberichten von damals zufolge, sollen über 20 Genfer Polizisten in mehreren Bordellen Sexdienste ohne Bezahlung bezogen haben. Laut SRF hätten die Etablissements so Bussen abwenden können. Statt einer Rechnung gab es eine Stunde mit einem Polizisten im Bett. Laut der Genfer Zeitung «GHI» wurde auf dem Handy eines Zuhälters belastendes Material gefunden.

Der Genfer SP-Grossrat Diego Esteban reichte in der Folge eine dringende Anfrage an die Kantonsregierung ein, in der er eine Aufklärung der Affäre verlangte. Nun hat er eine Antwort von Staatsratspräsident Antonio Hodgers erhalten.

Fotos von Polizisten beim Gruppensex

Die Regierung schreibt, dass eine Gesamtanalyse der Affäre durchgeführt werde. Einzelverfahren seien bereits in die Wege geleitet worden. Je nach dem würden Sanktionen ergriffen. Ob dazu auch Entlassungen gehören, schreibt die Regierung nicht.

Zudem seien auf Führungsebene Massnahmen in die Wege geleitet worden, um solche Situation künftig zu verhindern. Dazu gehöre auch, dass die Ethik-Regeln der Polizei komplett überarbeitet werden. Die fundamentalen Werte der Regierung sollen darin betont werden, genauso wie die Pflichten, denen sich das Personal unterzuordnen habe.

Esteban begrüsst gegenüber CH Media, dass die Regierung auf die Affäre reagiert. Er hatte bei der Einreichung seiner Anfrage Kenntnis von Fotos, die Polizisten beim Gruppensex zeigten. Das sei zwar nicht illegal, doch mit solchen Fotos machten sich Polizisten erpressbar.

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