Sorgenbarometer

Schweizer leiden zunehmend an Lärm, Verschmutzung und Strahlung

Die Schweiz ist immer weniger ein Postkartenland.

Die Schweiz ist immer weniger ein Postkartenland.

Noch vor fünf Jahren beurteilten 95 Prozent der Bevölkerung die Umweltqualität in der Schweiz als gut. In der Zwischenzeit ist die Sorge um die Umwelt grösser geworden, wie eine neue Statistik zeigt.

Ein Drittel der Bevölkerung fühlt sich zu Hause durch Verkehrslärm gestört, ebenfalls ein Drittel leidet unter der Luftverschmutzung am Wohnort, zwei Drittel sind der Meinung, dass die Umweltbelastung ein grosses oder eher grosses Problem für die Schweiz darstellt.

Die neuen Zahlen des Bundesamts für Statistik zeigen, dass sich die Schweizer in ihrem Land nicht mehr so wohl fühlen wie auch schon. Im Jahr 2015 sahen 39 Prozent die Umweltbelastung als grosses oder eher grosses Problem. Im Jahr 2011 fühlten sich nur 17 Prozent durch die Luftverschmutzung rund ums Haus gestört, und nur 23 Prozent vom Verkehrslärm. Heute sind 61 Prozent der Meinung, dass die Umweltbelastung ein grosses oder sogar sehr grosses Problem darstellt. 31 Prozent fühlen sich zu Hause durch Verkehrslärm gestört. Und 34 Prozent stören sich an der Luftverschmutzung ums Haus.

Auch Strahlung von Mobilfunkantennen und Hochspannungsleitungen ist in breiteren Teilen der Bevölkerung ein Thema geworden. 2011 hatten lediglich 10 Prozent angegeben, dass die Strahlung sie störe. Nun sind es bereits 23 Prozent – fast ein Viertel der Bevölkerung.

Wer länger zur Schule geht, kauft mehr Bioprodukte

Die veränderte Wahrnehmung der Umwelt schlägt sich auch im Verhalten nieder, wie die Statistik des Bundesamts zeigt. So haben Bio-Lebensmittel an Akzeptanz gewonnen: Gab 2015 noch rund jeder Vierte an, selten oder nie Bioprodukte zu kaufen, so war es 2019 nur noch jeder Fünfte. Dabei zeigen sich Unterschiede zwischen den Landesteilen: Die Westschweizer sind bio-freundlicher. Hier gaben 53 Prozent der Bevölkerung an, immer oder meistens Bioprodukte zu kaufen, in der Deutschschweiz taten dies nur 40 Prozent. Nach wie vor ist die Einstellung zu Bioprodukten auch eine Frage der sozialen Stellung: Während 53 Prozent höher Gebildeten angaben, bio zu kaufen, waren es unter den Personen mit obligatorischem Schulabschluss nur 28 Prozent.

Einen eigentlichen Meinungsumschwung gab es beim Klimawandel. Noch 2015 fanden nur 34 Prozent, dass der Klimawandel sehr gefährlich sei, 2019 waren es bereits 51 Prozent.

Die am Dienstag vorgestellten Zahlen des Bundesamts für Statistik stellen die dritte Erhebung dieser Art dar. Die sogenannte Omnibus-Erhebung wurde bereits 2011 und 2015 durchgeführt.

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