Vier Tage lang muss sich Thomas N. vor Gericht verantworten. Er sitzt seitlich von dem Richtertisch, graues Hemd, Bart, kurze Haare.

Er muss zuhören, wenn Gerichtsgutachter über seine Persönlichkeit reden. Er muss antworten, wenn er vom Gericht zu seiner Tat befragt wird. Dabei steht er unter der Beobachtung der anwesenden Journalisten und Privatpersonen.

Ex-Kriminalkommissär Markus Melzl hat schon viele Straftäter gesehen. Für Tele M1 beobachtete er Thomas N. im Gerichtssaal:

„Er wirkt fast schmächtig im Gegensatz zu den Bildern. Er wirkt verstockt, schaut den Richter nicht an, er schaut vor allem auf den Boden und auf den Tisch, wirkt in sich gekehrt.“

Es sei schwer zu sagen, ob sich Thomas N. schäme. „Aber es ist ihm sichtlich unwohl.“ Das könne damit zusammenhängen, dass die beiden Gutachter sehr viele Sachen erzählten, die er früher eher für sich behalten hat. „Ich habe den Eindruck, das ist ihm sehr unangenehm.“

Markus Melzl zum ersten Eindurck von Thomas N.

Markus Melzl zum ersten Eindurck von Thomas N.

Der frühere Kriminologe schildert seine Eindrücke, die er am ersten Verhandlungsmorgen gewonnen hat.

Thomas N. habe vor sich auf den Tisch gestarrt, keinen Blickkontakt zum Publikum aufgebaut und den Kopf in die Hände gestützt.

Laut Tagesanzeiger sind ihm während des Vortrags des zweiten Gutachters Tränen über das Gesicht gelaufen.

Keine Reue sichtbar

Einen schwierigen Morgen erlebte Roland Wenger. Der Mediensprecher der „Seetal Selection“ kannte Thomas N., sie organisierten zusammen Fussballlager.

Thomas N. habe auf ihn dünn gewirkt, eingefallen. „Er ist sicher nicht mehr so trainiert wie früher“, so Wenger. Er sei auch nicht mehr so selbstsicher. „Aber, das muss ich leider sagen: er wirkt nicht tief verstört auf mich.“

Roland Wenger, Fussballerkollege von Thomas N.:" Er darf lange nicht mehr rauskommen"

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Zusammen haben sie Fussball-Lager organisiert, jetzt sieht Roland Wenger, Mediensprecher der Seetal Selection, seinen ehemaligen Kollegen Thomas N. erstmals seit der Verhaftung wieder. Wenger hoffte, dass Thomas N. lebenslang verwahrt wird.

Die Besucher des Prozesses vermissten bei Thomas N. Reue:

"Keine Spur von Reue" - sagen Prozessbeobachter

"Keine Spur von Reue" - sagen Prozessbeobachter

Der Angeklagte habe keine Reue gezeigt, keine emotionalen Regungen, nichts. Dies sagen Zuschauer in der Mittagspause des ersten Prozesstages der Verhandlung des Vierfach-Mordes von Rupperswil. Aus Platzgründen verhandelt das Bezirksgericht Lenzburg den Fall in einem Gebäude der mobilen Einsatzpolizei in Schafisheim. Als Beobachter sind 65 Journalisten und 35 Bürgerinnen und Bürger zugelassen. Die Verhandlung ist auf vier Tage angesetzt.