20 Jahre Mauerfall
Sarkozy, Brown und Medwedew würdigen Mut der Berliner

Deutschland und die Welt haben den Mauerfall von 1989 als Zeitenwende der Weltpolitik und Verpflichtung für die Zukunft gefeiert. Gut 100'000 Schaulustige und Staatsgäste aus über 30 Ländern erlebten das Fest der Freiheit am Brandenburger Tor.

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Fest der Freiheit in Berlin

Fest der Freiheit in Berlin

Keystone

Höhepunkt der Feiern war am Abend der symbolische Fall einer Mauer aus 1000 Dominosteinen zwischen dem Potsdamer Platz und dem Reichstag. 15'000 Jugendliche hatten die zweieinhalb Meter hohen Styropor-Steine bunt bemalt. Der Fall der Dominosteine erinnerte an die Kettenreaktion, die die Berliner Grenzöffnung 1989 auslöste.

Den Anstoss der Steine übernahmen der ehemalige polnische Präsident und Chef der Gewerkschaft Solidarnosc, Lech Walesa, und Ungarns Ex-Premier Miklos Nemeth. Die Solidarnosc hatte in Polen den Kommunismus ins Wanken gebracht. Unter der Regierung Nemeth wurden im Sommer 1989 die Grenzzäune zwischen Ungarn und Österreich niedergerissen.

Bei Regen würdigten die Vertreter der ehemaligen Alliierten vor dem Brandenburger Tor die Leistung derer, die die Mauer zum Fall gebracht hatten. Die Berliner hätten die Welt verändert, indem sie ihren Traum verwirklichten, sagte der französische Präsident Nicolas Sarkozy. "Wir sind Brüder, wir sind Berlin."

Der russische Präsident Dmitri Medwedew sagte, in den vergangenen 20 Jahren hätten es Deutsche und Russen geschafft, das Erbe des Zweiten Weltkriegs zu überwinden. Vor 20 Jahren sei ein neuer Morgen angebrochen im Dunkel der Geschichte, erklärte US-Aussenministerin Hillary Clinton.

Der britische Premier Gordon Brown sprach die früheren Ost-Berliner direkt an und dankte ihnen für ihren Widerstand. US-Präsident Barack Obama mahnte in einer Video-Botschaft, die Arbeit für die Freiheit sei nie vollendet.

Auch die deutsche Kanzlerin Angela Merkel rief dazu auf, die Freiheit immer wieder neu zu verteidigen. Den Mauerfall bezeichnete sie als einen der "glücklichsten Momente" ihres Lebens.

Bereits am Nachmittag hatte sie zusammen mit dem ehemaligen sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow die Bornholmer Brücke überquert. Der einstige Grenz-Kontrollpunkt war am Abend des 9. November 1989 als erster geöffnet worden.