Betroffen sind die Post, SBB, Skyguide, RUAG Holding, SIFEM und Identitas, wie der Bundesrat am Mittwoch mitteilte. Deren Generalversammlung soll künftig im Voraus die Löhne des obersten Leitungsorgans und der Geschäftsleitung festlegen können.

Der variable Lohnanteil, also die Boni, dürfen höchstens 50 Prozent des fixen Lohns betragen. Die Nebenleistungen an die Geschäftsleitungsmitglieder dürfen 10 Prozent nicht übersteigen. Als Nebenleistungen gelten insbesondere Spesen- und Repräsentationspauschalen, Versicherungsbeiträge oder Geschäftsautos.

Zudem soll die Generalversammlung der Unternehmen künftig im Voraus eine Obergrenze für die Löhne des Verwaltungsrats, des Verwaltungsratspräsidiums und der Geschäftsleitung festlegen können. Die Statuten sollen spätestens an den Generalversammlungen 2018 geändert werden.

Meinungsumschwung im Bundesrat

Noch vor einem Jahr hatte der Bundesrat die Löhne und Honorare in den bundesnahen Betrieben als angemessen bezeichnet. Im letzten Herbst entschloss er sich dann zu einer Grundsatzdiskussion, um seinen Handlungsspielraum zu überprüfen.

Als Alleinaktionär oder Eigner habe er eine beherrschende Stellung in den Unternehmen, schreibt er nun in einer Mitteilung. Das erlaube ihm, auch ohne formalisierte Kompetenzen Massnahmen durchzusetzen.

Auslöser dieser Überlegungen war eine öffentliche Diskussion über die Höhe der Kaderlöhne bundesnaher Betriebe. In der Kritik stand etwa RUAG-Chef Urs Breitmeier mit einem Lohn von über einer Million Franken. Er hatte 2015 einen Fixlohn von 460'000 Franken, variable Leistungskomponenten und Boni im Umfang von rund 499'800 Franken und Nebenleistungen von 50'400 Franken erhalten.

Zu reden gab auch der Lohn des Direktors von Schweiz Tourismus. Dieser erhielt einen Fixlohn von 327'900 Franken und Boni von 64'900 Franken sowie Nebenleistungen von 32'200 Franken. Der Lohn stieg seit 2008 jährlich um 4 Prozent.