Eines der letzten Interviews
Polo über die Diagnose Lungenkrebs: «Ich habe meine Sterblichkeit immer akzeptiert»

Schon seit geraumer Zeit machte sich die Schweiz Sorgen um den Gesundheitszustand von Mundart-Rocksänger Polo Hofer (72†). Im «Talk Täglich» von Tele Bärn verriet Hofer im August 2016, dass er an Lungenkrebs litt. Es war eines der letzten Interviews, das Hofer gab.

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Bereits vor einigen Monaten zog sich Polo Hofer aus dem Rampenlicht zurück. Seither bangen die Fans um die Gesundheit des 71-jährigen Musikers.

In einer Spezialausgabe von «Talk Täglich» verkündete die Mundartlegende nun die schreckliche Nachricht: «Ich habe Lungenkrebs.» Sechs bis sieben Tabletten müsse er täglich einnehmen und alle drei Wochen zur Chemotherapie gehen.

Darüberhinaus habe Hofer drei weitere Ärzte: einen Kardiologen für sein Vorhofflimmern, unter dem er seit einigen Jahren leide, einen für seine Diabetes und sein Hausarzt, der alle Behandlungen überwache.

Die Mundart-Pop-Legende arbeitet an einem Album mit Songs von Bob Dylan.
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Die Mundart-Pop-Legende arbeitet an einem Album mit Songs von Bob Dylan.

Chris Iseli

Auf die Frage von Tele Bärn-Moderator Matthias Mast, ob die Chemotherapie denn angeschlagen habe, erwidert Hofer mit angeschlagener Stimme, jedoch zuversichtlich: «Es wird die Krankheit nicht heilen, aber es wird sie stoppen.»

Darum verbringt der Alt-Rocker nun die meiste Zeit in seinem Zuhause im bernischen Oberhofen und tritt etwas kürzer. «Nur noch eine Zigarette nach dem Essen» gönne er sich.

Dass etwas nicht stimmt, habe Hofer kurz nach seinem letzten Auftritt im Januar vor über 30'000 Zuschauern in Interlaken bemerkt. Ein Untersuch bei seinem Hausarzt zeigte dann, dass der Musiker Wasser auf der Lunge habe. Im Mai wurde Hofer im Spital während einer Woche das Wasser abgesaugt.

Keine «grossen Gümp» und kein Rock 'n Roll mehr

Trotz der Hiobsbotschaft: Der Mundart-Rocker lässt sich durch die Krankheit nicht entmutigen. «Ich habe meine Sterblichkeit immer akzeptiert und mich schon früh damit beschäftigt», erklärt und fügt noch lachend hinzu: «Schliesslich habe ich sogar eine Frau ge­heiratet, die ein Bestattungs­unternehmen führt.»

Er wisse nicht, wie lange ihm noch bleibe, erklärt der bald 72-Jährige. «Grossi Gümp» mache er keine mehr und schon gar keinen Rock 'n Roll. Dafür sei er zu sehr geschwächt. Dennoch ist Hofer noch kreativ tätig.

Erst kürzlich wurde seine Ausstellung «Saitensprünge – Wenn Musiker malen» im Berner Kornhausforum eröffnet. Wegen seines Gesundheitszustands konnte der Vollblutmusiker aber nicht persönlich zur Vernissage erscheinen. (luk)

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