Schweiz

Pestizide im Trinkwasser: Knapp die Hälfte der Kantone ist betroffen

Das Schweizer Trinkwasser ist grossflächig verunreinigt. (Symbolbild)

Das Schweizer Trinkwasser ist grossflächig verunreinigt. (Symbolbild)

Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat eine landesweite Einschätzung der Belastung im Grundwasser vorgenommen: Das Grundwasser im Mittelland ist grossflächig durch Chlorothalonil verunreinigt.

(sku) Den Ergebnissen des BAFU vom Dienstag zufolge überschreiten mehrere Chlorothalonil-Metaboliten den Höchstwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter im Grundwasser im Mittelland. Dadurch gilt das Grundwasser in knapp der Hälfte aller Schweizer Kantone als verunreinigt, namentlich in den Kantonen Aargau, Bern, Freiburg, Genf, Luzern, Schaffhausen, Solothurn, Thurgau, Tessin, Waadt, Zug und Zürich.

Ein Chlorothalonil-Metabolit (R417888) überschritt in den Jahren 2017 und 2018 im Mittelland den gesetzten Grenzwert an mehr als 20 Prozent der Messstellen. Ein anderer (R471811) tritt lat BAFU schweizweit am häufigsten in den höchsten Konzentrationen im Grundwasser auf, teilweise gar 10 Mal höher als der Höchstwert. An mehr als der Hälfte aller Messstellen im Mittelland dürfte dieser Metabolit den Grenzwert überschreiten, schätzt das BAFU.

Da sich Grundwasser relativ langsam erneuert und die Metaboliten von Chlorothalonil ausgesprochen langlebig sind, geht das BAFU davon aus, dass diese Verunreinigungen die Grundwasser-Qualität noch während Jahren in grösserem Ausmass beeinträchtigen werden. Die detaillierte Information über Grundwasser- und Trinkwasser-Qualität sei Sache der Gemeinden oder Kantone beziehungsweise der Wasserversorger.

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