Todesfall

Patientin stirbt an Lebensmittelvergiftung im Unispital Lausanne – wegen Morcheln?

In einer internen Mail wird von Morcheln als möglicher Todesursache geschrieben.

In einer internen Mail wird von Morcheln als möglicher Todesursache geschrieben.

Im Universitätsspital Lausanne wurden am letzten Donnerstag zwei Patienten mit Lebensmittelvergiftungen behandelt, eine Patientin starb am Freitagmorgen. Möglicher Auslöser sind laut watson-Informationen Morcheln. Eine Untersuchung läuft.

Im Universitätsspital Lausanne (CHUV) wurden am Donnerstag 17. Januar zwei Patienten mit schweren lebensmittelbedingten Magen-Darm-Entzündungen behandelt. Eine der Patientinnen starb am darauffolgenden Freitagmorgen an einem Herz-Kreislauf-Stillstand. watson liegt ein entsprechendes internes E-Mail vor. Als mögliche Ursache für die Entzündungen werden darin Morcheln genannt.

Der Waadtländer Kantonsarzt Karim Boubaker hatte das Pflegepersonal mehrerer Spitäler der Romandie per E-Mail informiert und vor ähnlichen Fällen gewarnt: «Bitte leiten Sie diese E-Mail allen Notärzten des Kantons weiter (...). Die Ärzte des CHUV haben uns informiert, dass innerhalb von 72 Stunden zwei Fälle von ernsten Lebensmittelvergiftungen auftraten, die möglicherweise in Zusammenhang mit dem Verzehr von Morcheln aus der Migros stehen. Wir haben den Kantonschemiker informiert, der sich mit den Behörden und der Migros um die Untersuchung kümmern wird.»

Migros-Sprecher Luzi Weber sagt auf Anfrage: «Der Kantonschemiker des Kantons Waadt hat Kontakt mit der Migros Waadt aufgenommen, nachdem ihn die Ärzte des CHUV auf die Möglichkeit einer Verbindung der tragischen Vorfälle mit dem Verzehr von Morcheln aus der Migros hingewiesen haben.»

Derzeit kein Anlass für Rückruf

Die Migros habe ihm daraufhin alle von ihm gewünschten Daten zur Verfügung gestellt. Der Kantonschemiker sei zum Schluss gekommen, dass es aktuell keinen Anlass für einen Rückzug oder Rückruf von Morchelprodukten der Migros gibt.

Produkte mit Morcheln sind in der Migros in der ganzen Schweiz im Verkauf. Weder der Migros noch dem Waadtländer Kantonsarzt Boubaker sind weitere Fälle von Vergiftungen bekannt. Das weise darauf hin, dass es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Zufälle handelt. Die Untersuchung des Kantonschemikers läuft dennoch weiter. Auch das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen ist informiert.

Regelmässige Qualitätskontrollen des Migros-Industriebetriebs Delica, welches Morchelprodukte an die Migros liefert, hätten keinerlei Auffälligkeiten gezeigt, sagt Sprecher Luzi Weber. Die Migros nimmt die Vorfälle trotzdem sehr ernst und hat umgehend Analysen von verschiedenen Morchelprodukten veranlasst.

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