Olten: Wenn keiner die Parkplätze findet

Die Parkhäuser der Oltner Innenstadt waren selbst zur Vorweihnachtszeit schlecht ausgelastet. Das Parkproblem liesse sich mit besserer Information – wie einem Parkleitsystem – einfach lösen.

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Munzingerplatz

Munzingerplatz

Oltner Tagblatt

Die Oltner Innenstadt hat ein Parkproblem, das sich bei genauerem Hinsehen als reines Parkplatzsuchproblem entpuppt. «Die einfachste, günstigste und schnellste Lösung dafür ist ein Parkleitsystem», schreiben die Grünen in ihrer Medienmitteilung. Klare Daten zu freien Parkmöglichkeiten würden fehlen oder von Bevölkerung, Gewerbe und politischen Gremien nicht zur Kenntnis genommen. «Die Grünen wollen die Diskussion um die Zwangsverheiratung von Begegnungszone mit dem Bau des Parkhauses Munzingerplatz mit Fakten versachlichen», so die Partei weiter. Deshalb hätten sie den Besetzungsgrad der wichtigsten Oltner Parkfelder untersucht. Am 12. Dezember, einem publikumsintensiven Vorweihnachtssamstag, wurden zwischen 14 und 15 Uhr elf Parkhäuser und -flächen besucht. Die Anzahl unbesetzter Parkfelder erstaunte selbst die Grünen.

Scheinbar kaum bekannt

Insgesamt standen an diesem Adventssamstag zur Haupteinkaufszeit in der Stadt beidseits der Aare von 1637 kontrollierten Parkplätzen 699 Plätze leer. Auffällig oft waren Parkfelder in den unteren Untergeschossen unbesetzt. «Der Augenschein ergab, die zentral gelegenen Parkhäuser OL10, das Parkhaus im ehemaligen C&A 1 sowie Hammer 1+2 sind scheinbar kaum bekannt und deshalb wenig ausgelastet», schlussfolgert die Partei. Zusätzliche Parkplätze würden die Rentabilität der bestehenden Parkhäuser massiv verschlechtern. Der Bau eines neuen Parkhauses in einem derart gesättigten Markt wäre ein Verlustgeschäft. Die Grünen schreiben weiter: Besonders stark thematisiert wird das Parkproblem in der Oltner Innenstadt. Effektiv stehen die Autofahrer nur Schlange beim Parkhaus Ringstrasse sowie bei den oberirdischen Parkplätzen. Auf den Parkfeldern in der Schützenmatte und den nahe gelegenen Parkhäusern OL10, ehemals C&A, Hammer 1+2 sowie dem neuen Parkhaus Hübeli standen 393 Parkplätze, oder 48 Prozent leer. In den ebenfalls zentrumsnahen Parkhäusern Bornblick und «Im Winkel» waren es gar 76 Prozent oder 112 Parkfelder.

Es ist ohne neues Parkhaus machbar

Eine Begegnungszone erhöhe das Flaniererlebnis für die Bevölkerung. Dies sei aber nur möglich, wenn der lästige, unfallgefährliche Parksuchverkehr aufgehoben werde. Das Konzept der Begegnungszone sehe die Aufhebung von 230 oberirdischen Parkplätzen in der Innenstadt vor. Gemäss der aktuellen Erhebung der Grünen können diese Parkplätze schon heute aufgehoben werden. Denn selbst zu Spitzenzeiten fänden sich in Olten mehr als genug leere Parkplätze in unmittelbarer Zentrumsnähe. «Die Grünen plädieren dafür, das weit fortgeschrittene Konzept der Begegnungszone planmässig in drei Etappen umzusetzen. Das überteuerte Parkhaus Munzingerplatz mit seinen Finanzierungs- und Realisierungsproblemen ist davon abzukoppeln.»

Parkleitsystem verwirklichen

Wie die Erhebung zeigt, basiert das viel beschworene Parkproblem nicht auf Fakten sondern auf Unkenntnis über die Vielzahl der heutigen innenstädtischen Parkstandorte. «Stau und Frust entstehen dort, wo zu viele Autofahrer gleichzeitig an den ihnen vertrauten Orten eine oberirdische Parklücke zu entdecken hoffen», steht in der Medienmitteilung. Durch eine verstärkte Informationskampagne über die leer stehenden Parkflächen in Olten liesse sich das Parkproblem rasch vermindern. Dringend notwendig sei deshalb ein Parkleitsystem, das über den jeweils aktuellen Leerbestand der Parkhäuser informiere. Im Parlament wurden bereits verschiedene Vorstösse für ein solches Parkleitsystem eingereicht. Die Grünen Olten sind der Meinung, das Parkproblem könne mit verbesserter Information gelöst werden - «dazu braucht es kein millionenteures Parkhaus, das tief in Oltens Felsen gebohrt werden muss.» (mgt/otr)

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