Schon vor Amtsantritt verschwunden
Neuer Wettinger Einwohnerrat vor Amtsantritt verschwunden

Einen Monat nach der glanzvollen Wahl als erster Wettinger BDP-Einwohnerrat hat sich Michael Haussener französisch aus der Gemeinde verabschiedet. Mit Thomas Herzog hat man inzwischen einen Nachfolger gefunden.

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Schon vor Amtsantritt verschwunden

Schon vor Amtsantritt verschwunden

Roman Huber

Bevor die politische Arbeit und die Legislatur überhaupt begannen, wurde die noch junge Bürgerlich-Demokratische Partei bereits gefordert. Nachdem der 36-jährige Informatiker Michael Haussener auf seiner Einmannliste Ende September auf Anhieb den Einzug in den Wettinger Einwohnerrat geschafft hatte, meldete er sich am 31. Oktober bei der Einwohnerkontrolle still und leise ab. An der konstituierenden Sitzung des Wettinger Einwohnerrates vom 21. Januar wird darum nicht er, sondern Thomas Herzog den Einzelsitz der BDP besetzen.

Niemand sonst auf der Liste

Die Lücke im Rat hätte man womöglich erst an der ersten Sitzung entdeckt, denn seine vorzeitige Demission schien Haussener ob dem raschen Abzug offensichtlich vergessen zu haben. Er soll seinen Wohnsitz wegen plötzlicher familiärer Probleme gewechselt haben, heisst es bei seiner Partei. Haussener selber antwortete auf die Fragen der AZ weder telefonisch noch per E-Mail.

«Wir haben davon Wind bekommen und danach gemäss Gesetz uns um die Nachfolge gekümmert», erklärt Gemeindeschreiber Urs Blickensdorfer als Mitglied des Ratsbüros. Und das gestaltete sich nicht einmal so einfach, denn ausser Haussener figurierte niemand auf der Wettinger BDP-Liste. Somit wurden diejenigen angegangen, die Hausseners Kandidatur mittels Unterschrift legitimiert hatten.

«Wie die Jungfrau zum Kind»

«Ein Arbeitskollege fragte mich, ob ich Lust hätte, Einwohnerrat zu werden», erzählt der 57-jährige Thomas Herzog, der seit rund 20 Jahren bei Securitas in Zürich arbeitet und seit 1985 in Wettingen zu Hause ist. Bis anhin habe er mit Politik nicht viel am Hut gehabt und darum eher abwinken wollen. Sein Kollege liess aber nicht locker und hatte Erfolg. Warum eigentlich nicht, habe er sich dann gesagt und schliesslich zugesagt. «So bin ich zu diesem Amt gekommen wie die Jungfrau zu ihrem Kind», sagt Herzog und lacht.

Inzwischen auch BDP-Mitglied

Er sei jetzt Mitglied der BDP. Ich denke, das entspricht meiner politischen Haltung: ein bisschen rechts von der Mitte», erklärt Herzog. Er werde nun einmal schauen, wie das im Einwohnerrat sei. «Das Weitere werden wir dann sehen», sagt der sympathische Ordnungshüter in zivil offen. Wer weiss, vielleicht gefalle es ihm sogar, fügt er an.

«Für uns war das keine einfache Situation», sagt BDP-Kantonalpräsident und Grossrat Bernhard Guhl, Niederrohrdorf. «Auch wenn wir in Baden eine Bezirkspartei haben, so zählen wir noch nicht so viele Parteimitglieder in Wettingen, auf die wir einfach so hätten zurückgreifen können.» Es sei nun mal das Problem einer jungen Partei, dass sie wenig erfahrene Leute in ihren Reihen habe und auch diese auch nicht genau kenne. Er hofft nun, dass mit Thomas Herzog ein Fehlstart habe verhindert werden können. Dem Vernehmen nach wird der BDP-Mann sich der CVP-Fraktion anschliessen. «Wir haben das bereits mit der Parteileitung in Wettingen so angedacht», sagt Guhl.

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