Schweiz

Neue Umfrage zeigt: Ein Grossteil der Bevölkerung will preisgünstiges Wohnen fördern

Ein Vorkaufsrecht für Gemeinden ist bei den Befragten am umstrittensten.

Ein Vorkaufsrecht für Gemeinden ist bei den Befragten am umstrittensten.

Die grosse Mehrheit der Schweizerinnen und Schweiter unterstützt Massnahmen zur Förderung von preisgünstigem Wohnen. Nicht alle Ansätze kommen aber gleich gut an.

(agl) Neun von zehn Stimmberechtigten finden die Wohnungspreise in der Schweiz zumindest teilweise zu teuer. Das zeigt eine Befragung im Nachgang zur Abstimmung «Mehr bezahlbare Wohnungen», die diesen Februar abgelehnt wurde. Das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) liess nun von der Forschungsstelle sotomo analysieren, wie die Bevölkerung zu weiteren Massnahmen steht.

Dabei ist herausgekommen, dass zwei von drei Stimmberechtigten finden, dass die Wohnungspreise nicht gänzlich der freien Marktlogik überlassen werden dürfen. 82 Prozent sind klar oder eher dafür, dass energetische Sanierungen nur dann subventioniert werden, wenn die aktuellen Mieter in der Wohnung bleiben dürfen. 80 Prozent finden, dass die Mietzinserhöhung bei Mieterwechsel beschränkt werden soll.

Drei Viertel der Befragten finden zudem, dass die Gemeinden bei Einzonungen eine Quote für preisgünstige und gemeinnützige Bauten festlegen sollen. Am umstrittensten ist gemäss der Sotomo-Umfrage ein Vorkaufsrecht für Gemeinden, die Bauland für gemeinnützigen Wohnungsbau nutzen wollen. 25 Prozent der Befragten sind klar, 42 Prozent eher dafür.

Die Analyse des BWO beleuchtet auch, welche Bevölkerungsgruppen im Februar die Wohnungsbau-Initiative befürwortet haben und welche nicht. Sie zeigt, dass vor allem Frauen und junge Menschen der Vorlage deutlicher zustimmten als Männer und Ältere. Mehr Zustimmung gab es auch bei Personen, die selbst betroffen sind und für die die Höhe der Wohnkosten zu finanziellen Einschränkungen führt. Auch wer schon Mühe bei der Wohnungssuche hatte, stimmte eher Ja.

Die Initiative «Mehr bezahlbare Wohnungen» des Schweizerischen Mieterinnen- und Mieterverbandes forderte unter anderem eine Quote von 10 Prozent gemeinnützigem Wohnungsbau bei sämtlichen neu gebauten Wohnungen. Sie wurde am 9. Februar 2020 mit 57 Prozent Nein-Stimmen abgelehnt.

Meistgesehen

Artboard 1