Gstad-Gebiet
Neue Pläne für das Gstad-Gebiet

Gstad soll an Attraktivität gewinnen, wünscht sich der Münchensteiner Gemeinderat. Ein Basler Architekt weiss, wie er das Gebiet für junge Familien interessant machen kann.

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Gstad-Gebiet Münchenstein

Gstad-Gebiet Münchenstein

bz Basellandschaftliche Zeitung

Muriel Mercier

«Heute wohnen 450 Menschen mitten im Gstad - und drum herum wirkt die Industrie. Die Leute wohnen also innerhalb eines Industriegebietes», fasst der Münchensteiner Gemeinderat Lukas Lauper die Wohnsituation im Gstad zusammen. Mit dem neuen Entwicklungsplan, den der Gemeinderat anhand eines Studienwettbewerbs anfertigen liess, soll sich dies nun ändern. Der Rat wünscht sich ein erweitertes, attraktiveres Zentrumsgebiet; Wohnungen, Büros, schöne Plätze und Strassenräume sollen das Quartier beleben.

Die Lösung bringt Daniel Buchner von Buchner Bründler Architekten aus Basel. Er gewann Anfang Juni mit seinen Arbeitskollegen den Wettbewerb gegen vier Mitbewerber und präsentierte gestern seinen Vorschlag. «Die Stärke von Gstad liegt in der Mischung aus Industrie und dem Charme der Arbeiterhäuser aus dem 19. Jahrhundert», erklärt Buchner. Sein Modell «Frühling» nimmt die industrielle Atmosphäre auf, die vorgeschlagenen Baukörper sind durchwegs einfach und der Umgebung angepasst. Einzig der Bahnhofsplatz wird mit einem hohen Gebäude markiert.

Der Vorteil von Gstad sei seine «luftige» Bauweise, erklärt der Architekt seine Überlegungen. «Mit einer Verdichtung des Areals können hier künftig bis zu 1300 Leute wohnen.» Buchner möchte das Gebiet vor allem jungen Familien schmackhaft machen. Denn: «Heute wohnen vor allem Männer, Leute ab 30 Jahren und Ausländer im Gstad», sagt Lauper. Dies liege daran, dass nichts renoviert ist. «Wir wollen eine Mischung aller sozialer Schichten.» Auch für die Fussgängerzone hat sich Buchner etwas einfallen lassen: Es brauche für die Spaziergänger eine Verknüpfung des Areals, damit sie sich durch das ganze Gebiet bewegen können.

Kostenfrage ist noch unklar

Während ein provisorischer Entwicklungsplan steht, ist noch unklar, wer für welche Kostensumme aufkommt. Bauverwalter Gilbert Davet schaut der Frage aber zuversichtlich entgegen: «Die Grundeigentümer müssen natürlich auch investieren. Aber weil die einzelnen Parzellen jeweils einen Mehrwert ausmachen, zahlen sich die Kosten auch aus.» Grundeigentümer Walter Müller von Müller AG Verpackungen ist denn auch zufrieden: «Der Plan verfolgt eine langfristige Entwicklungsstrategie.» Doch alle Eigentümer haben ihr Einverständnis nicht abgegeben. «Wenn sie erkennen, dass ihre Parzelle anhand des Neubaus an Mehrwert gewinnt, sind sie vielleicht dabei. Wenn nicht, dürfen sie so wohnen bleiben, wie bisher», so Buchner. Vielleicht helfen auch Gespräche mit dem Nachbarn.

Um die Beantwortung der Frage nach dem Zeitplan der Umsetzung windet sich der Gemeinderat. «Morgen stehen noch keine Bagger auf der Baustelle», sagt Lauper. Buchner selber spricht von «zwischen zwei und zwanzig Jahren», bis alles fertig ist.

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