Planetarium

Neue Himmelsmaschine ersetzt im Verkehrshaus alten Zeiss-Projektor

Blick aus Verkehrshaus Luzern (Archiv)

Blick aus Verkehrshaus Luzern (Archiv)

Nach einem Umbau ist das grösste Planetarium der Schweiz im Verkehrshaus Luzern am Donnerstag offiziell wieder eröffnet worden. Eine neue digitale Projektionsanlage erlaubt virtuelle Weltraumspaziergänge. Der alte ameisenförmige Sternenprojektor wanderte ins Museum.

Die neue Technik wurde im Dezember 2013 eingebaut, wie das Verkehrshaus Luzern mitteilte. Am Donnerstagabend wurde die Neueröffnung offiziell gefeiert. Mit von der Partie war Claude Nicollier, bisher einziger Schweizer Astronaut und Professor der ETH Lausanne.

Das Planetarium mit Platz für 230 Personen wurde für total 1,5 Millionen Franken umgebaut und erhielt eine digitale Bildanlage und fünf Projektoren. Zudem befindet sich im Zentrum unter der 18 Meter breiten Kuppel neu Platz für eine Sitzlounge respektive eine Bühne.

Virtuelle Flüge zum Mars

Die neue Anlage ermöglicht es den Besuchern, den Sternenhimmel am eigentlichen Ort unter dem Zenit zu beobachten. Eine digitale Datenbank erlaubt zudem virtuelle Flüge zu Planeten, Monden, weiteren Himmelsobjekten sowie über die Milchstrasse hinaus.

Die Bilder stammen von der US-Raumfahrtbehörde NASA und der europäischen Raumfahrtagentur ESA. Eine neue Show mit dem Titel "Mars-Invasion" widmet sich der Oberfläche des roten Planeten sowie seinen Monden Phobos und Deimos.

Die digitalen Geräte ersetzen die Videoanlage von 2001 sowie den ameisenförmigen Sternenprojektor der Firma Carl Zeiss von 1969. Das 2,5 Tonnen schwere elektromechanische Gerät wanderte in ein Filmmuseum der Firma Zeiss nach Deutschland.

Seit 1969 in Betrieb

Das erste Planetarium der Schweiz ging am 1. Juli 1969 im Verkehrshaus Luzern in Betrieb, zwanzig Tage bevor der erste Mensch seinen Fuss auf den Mond setzte. Seitdem wurde das Planetarium mit einer Projektionsfläche von 510 Quadratmetern von rund 8,25 Millionen Menschen besucht.

Die Idee zum Planetarium in Luzern hatte in der zweiten Hälfte der sechziger Jahre der 2013 verstorbene Gründer und frühere Verkehrshaus-Direktor Alfred Waldis. Eröffnet wurde es von John Glenn, dem ersten Amerikaner im Weltraum.

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