Atomenergie

Nagra sieht Däniken und Villigen weiterhin als mögliche Standorte

Das Felslabor der Nagra im Grimsel (Archiv)

Das Felslabor der Nagra im Grimsel (Archiv)

Die Nagra hat auf ihrer Suche nach einem möglichen Standort für eine Oberflächenanlage für ein geologisches Tiefenlager für Atommüll zwei weitere mögliche Areale definiert. Für Däniken SO und Villigen AG liegen nun Planungsstudien vor.

Am Jura-Südfuss bezeichnet die Nagra einen Standort in Däniken SO bereits als der "am wenigsten Schlechte". Im Kanton Aargau wird das Areal in Villigen weiter geprüft.

Der mögliche Standort für ein Oberflächenlager in der Region Jura Ost nahe des Paul Scherrer Instituts gilt gemäss Mitteilung vom Donnerstagabend als "dasjenige mit den meisten Vorteilen beziehungsweise wenigsten Nachteilen". Das Areal werde heute mehrheitlich landwirtschaftlich genutzt und liege neben der Kantonsstrasse.

In der Standortregion Jura Ost könnte sich sowohl ein Tiefenlager für schwach- und mittelaktive Abfälle, für hochaktive Abfälle oder ein Kombilager realisieren lassen. Zum möglichen Standort im "Studenweid" in der Gemeinde Däniken äussert sich die Nagra weniger konkret.

Weitere Studien

Einen möglichen Standort für eine Oberflächenanlage am Wellenberg in der Innerschweiz hat die Nagra Anfang September präsentiert. Sie schlägt vor, sollte das Atommülllager dort zu stehen kommen, dass es in einem Gebiet in der Gemeinde Wolfenschiessen NW gebaut würde. Ausstehend sind die Planungsstudien für Nördlich Lägern, Südranden, und Zürich Nordost.

Die Nagra muss in den kommenden Monaten konkrete Areale zur Platzierung der Oberflächenanlage für geologische Tiefenlager bezeichnen. Dies tut sie mit genannten Planungsstudien. Die Nagra stützt sich dabei auf die Ergebnisse der Zusammenarbeit zwischen den Regionalkonferenzen, den Behörden und der Nagra und auf die von den Vollversammlungen der Regionalkonferenzen verabschiedeten Stellungnahmen.

Grundlagen für Untersuchungen

Diese Planungsstudien hat die Nagra am Donnerstag an den Versammlungen der Regionalkonferenzen Jura Ost und Jura-Südfuss vorgestellt und dokumentiert. In den Studien begründet die Nagra ihre Wahl und beschreibt eine mögliche Oberflächenanlage auf dem vorgeschlagenen Areal. Sie bilden unter anderem die Grundlage für die Untersuchungen zu den standortspezifischen Auswirkungen eines geologischen Tiefenlagers auf Gesellschaft und Umwelt.

Im Vorfeld der Präsentation wurden die betroffenen Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer, die Gemeinde-, Regions- und Kantonsvertretungen vom Bundesamt für Energie (BFE) persönlich orientiert.

Die Planungsstudien sind ein Puzzleteil im langwierigen Prozess um das Atommülllager. Es folgen überall noch Risikoanalysen, Umweltverträglichkeitsprüfung, Sicherheitsanalysen und ein sicherheitstechnischer Vergleich. Danach folgen zwei weitere Etappen.

Die definitive Standortwahl erfolgt in Etappe 3, in der das nach Kernenergiegesetz erforderliche Rahmenbewilligungsverfahren eingeleitet wird. Die Rahmenbewilligung wird vom Bundesrat erteilt und muss vom Parlament genehmigt werden. Sie untersteht dem fakultativen Referendum.

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