Notfallübungen
Nach Amoklauf von München: Konsequenzen für Schweizer Einkaufscenter

Der Branchenverband Swiss Council of Shopping Centers fordert nach dem Amok-Vorfall in München Konsequenzen, wie die „Schweiz am Sonntag“ berichtet.

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Das Einkaufscenter Stücki in Basel.

Das Einkaufscenter Stücki in Basel.

Martin Töngi

Jan Tanner, Präsident des Branchenverbands Swiss Council of Shopping Centers, leitete von 2009 bis 2015 das Basler Zentrum Stücki im Auftrag der deutschen Firma ECE, der auch das Münchner Olympia-Center gehört.

Für Tanner ist klar: «So ein schrecklicher Vorfall kann jederzeit auch in einem Schweizer Shoppingcenter geschehen.»

Er betont, dass sich die Schweizer Shoppingcenter auf solche Situation vorbereiten. «Einmal pro Jahr wird in Zusammenarbeit mit der Polizei und Feuerwehr eine Notfallübung durchgeführt. Aber am Schluss bleibt es eine Übung.»

Eine Übung, die realistisch wirkt

Deshalb sieht Tanner Handlungsbedarf: «Fälle wie München zeigen uns, wie wichtig das Thema Sicherheit auch in Shoppingcentern ist.

Eine Notfallübung pro Jahr ist meiner Meinung nach das absolute Minimum. Besser wären zwei oder drei, dieser Aufwand lohnt sich.»

Dies würde laut Tanner auch Sinn machen, weil in den Geschäften regelmässig das Personal wechsle. Wichtig sei, dass die Übung möglichst realistisch wirke, um für den Ernstfall bereit zu sein.

Es tauchen neue Fragen auf

Auch Jörg Engeler, Leiter Center Management Deutschschweiz beim Immobiliendienstleister Wincasa, betont die Wichtigkeit der regelmässigen Notfallübungen. Wincasa betreibt rund 80 Shoppingcenter in der Schweiz, unter anderem das Sihlcity in Zürich, die Shoppingarena in St. Gallen und La Praille in Genf.

«Je mehr solche Situationen trainiert werden, desto besser würde das Notfallkonzept im Ernstfall greifen», sagt Engeler in der „Schweiz am Sonntag“.

In grösseren Centern wie im Sihlcity führt Wincasa nebst der jährlichen Übung mit Blaulichtorganisationen auch eigenständige Übungen durch. «Wir machen schon jetzt viel, aber natürlich tauchen mit jedem Vorfall neue Fragen auf. Auch die Frage, ob es mehr Sicherheitspersonal und Taschenkontrollen braucht, werden wir mit den Behörden besprechen müssen.»

Für Jan Tanner sind Taschenkontrollen und sogar Metalldetektoren langfristig auch in der Schweiz mögliche Massnahmen. Ein heikles Thema ist laut Tanner die Kameraüberwachung, da viele Kunden nicht überwacht werden wollen.

Viele Kameras in Shoppingcentern seien nur Attrappen zur Abschreckung von Dieben. «Manche Einkaufscenter werden aber nun wohl prüfen, diese zu aktivieren.»

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