1. August

Mit Wasserpistolen und Papierflieger gegen den Verteidigungsminister

Bundespräsident Ueli Maurer in Biel. Im Hintergrund GSoA-Demonstranten.

Bundespräsident Ueli Maurer in Biel. Im Hintergrund GSoA-Demonstranten.

Bereits am Vorabend zum Nationalfeiertag treten die ersten Bundesräte und Parlamentarier ans Rednerpult. In Biel nutzten GSoA-Aktivisten die Gunst der Stunde und «bedrohten» Bundespräsident Ueli Maurer mit Papierflieger und Wasserpistolen.

Rund ein Dutzend GSoA-Aktivisten und junge Grüne haben am Mittwochnachmittag in Biel BE die Rede von Bundespräsident Ueli Maurer gestört. Sie trugen Militäruniformen und Clownnasen und waren mit Wasserpistolen bewaffnet.

Sie stellten sich hinter Maurer auf und liessen ein paar Papierflieger steigen. Die Wasserpistolen kamen nicht zum Einsatz.

Der Verteidigungsminister nahm den Auftritt mit Humor. Er freute sich, dass die Störenfriede Uniformen trugen. "Wir brauchen Leute, die sich in ihrer Freizeit engagieren", sagte Maurer. Dafür erntete er Applaus der rund 200 Personen, die an der Feier teilnahmen.

Berset: "Nicht von Feinden umzingelt"

Mit Rückbesinnung und Fortschritt müsse die Schweiz künftige Herausforderungen meistern. Das sagte SP-Bundesrat Alain Berset am Mittwoch in seiner 1.-August-Rede in Stansstad NW. Die Schweiz sei nicht von Feinden umzingelt, sondern nur mit neuen Realitäten konfrontiert.

Das Traditionelle und Verharrende einerseits, der Blick in Richtung Zukunft anderseits - beides seien Konstanten in der Schweizer Geschichte, sagte Berset gemäss Redetext.

Man müsse die Schweiz auch nicht neu erfinden, "wir müssen sie nur neu entdecken". Mitsamt ihrer fortschrittlichen Dimension, ihrer Lust auf Zukunft und ihrer Freude an Veränderungen. "Denn auch das sind Schweizer Traditionen."

Blocher: "Stehen in einem Wirtschaftskrieg"

Gewohnt kampflustig gab sich alt Bundesrat und SVP-Nationalrat Christoph Blocher in seiner 1.-August-Rede in Salmsach TG: Er warnte vor fremden Richtern, rief seine Zuhörer zum Widerstand auf und zeigte sich überzeugt: "Wir stehen in einem Wirtschaftskrieg."

"Wie 1291 trachten auch heute Grossmächte danach, die Eigenständigkeit der Schweiz einzuschränken", sagte Blocher gemäss Redetext. Und wie oft in der Geschichte sei es gerade die Obrigkeit, die nicht bereit gewesen sei, für das Land hinzustehen.

Als "Angreifer" der Schweiz hat Blocher unter anderem die USA und Frankreich identifiziert. "Wir stehen in einem Wirtschaftskrieg", sagte er gemäss Manuskript in Anspielung auf Steuerstreit und Bankenklagen. Früher hätten die Amerikaner die Schweizer für ihre Standhaftigkeit und Unnachgiebigkeit bewundert, heute gebe die Schweiz schon nach, bevor die Verhandlungen beginnen.

Darbellay: "Patriotismus als Pflicht"

CVP-Parteipräsident Christophe Darbellay rief am Mittwochabend in Saas Baalen VS auf andere Weise zum Patriotismus auf. Die Menschen in der Schweiz hätten das Recht und die Pflicht, ihr Land zu lieben und Patrioten zu sein, sagte er .

Eigenverantwortung und das Bewusstsein für die Verantwortung für sich selbst, für das Land und für einander: Das sei für ihn die Definition von Patriotismus, sagte Darbellay gemäss vorab zugestelltem Redetext. Die Schweiz sei ein Erfolgsmodell in Sachen Demokratie, Minderheitenschutz, Wohlstand und Beschäftigung.

Wo Erfolg sei, seien Neider nicht weit, sagte er und warnte vor der "Rechtfertigungsfalle". In New York, Brüssel, Berlin und Paris um Entschuldigung zu bitten, sei falsch.

Levrat: "Schweiz hat Gründe, stolz zu sein"

Auch für SP-Parteipräsident Christian Levrat hat die Schweiz Grund zum Stolz. Ihre wahren Stärken seien die beachtlichen Fortschritte, die sie zum Wohl ihrer Einwohner erreicht habe. Als Beispiele nannte er die AHV, den guten Service Public und das Bildungssystem.

Der Freiburger Ständerat verbreitete seine Botschaft zum Nationalfeiertag am Mittwoch in einem über Internet ausgestrahlten Video, aufgenommen an der Aare mit dem Bundeshaus im Hintergrund sowie im Nationalratssaal. (sda/cze)

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