Aargau
Marke «Aareland» trägt Früchte

An der «Aarelandsgemeinde» diskutierten die Mitglieder über die Zukunft des gemeinde- und kantonsübergreifenden Projekts. Vom Bund erhält Aareland 32 Mio. Franken für zahlreiche Verkehrsprojekte.

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Aargauer Zeitung

Roman Schenkel

Eigentlich sind die Landsgemeinden in der Schweiz am Aussterben. Seit gestern gibt es aber eine neue: die Aarelandsgemeinde. Dort trafen sich die annähernd 80 Gemeinden aus den Kantonen Aargau, Solothurn und Luzern. Sie bilden das Agglomerationsprojekt Aareland. Gestern diskutierten die Mitglieder, wie die Organisation weiterentwickelt werden soll.

«Das Schöne ist, dass alle Beteiligten erkannt haben, dass es nur gemeinsam geht», freut sich der Zofinger Stadtpräsident Hans-Ruedi Hottiger. Als Gastgeber der ersten Aarelandsgemeinde gab er für den Aarelandrat, dem auch der Aarauer Stadtammann Marcel Guignard und der Oltner Stadtpräsident Ernst Zingg angehören, Auskunft.

Bis jetzt waren hauptsächlich die drei Städte Aarau, Olten und Zofingen die Treiber und Geldgeber von Aareland. «Nun soll das Projekt auf eine breitere Ebene gehoben werden», sagt Hottiger. «Als Aareland müssen wir lernen, in grösseren Räumen - über die Gemeindegrenzen hinaus - zu denken.» Denn Siedlungs- und Verkehrsfragen lassen sich nur auf diese Weise lösen.

Entschieden haben die Vertreter der Gemeinden gestern aber noch nichts. «Wir halten im Mai 2010 eine weitere Aarelandsgemeinde ab, an der über konkrete Organisationsmodelle beraten wird», so Hottiger.

Ziel: Eigenständiger Raum

Ziel des Agglomerationsprojekts ist es, das Aareland zu einem eigenständigen Raum mit eigenem Charakter und eigener Struktur zu entwickeln. Im Entwurf des Raumkonzepts Schweiz taucht das Aareland bereits prominent neben Ballungsgebieten wie Zürich, Genf und Basel auf. Auch bei den vom Bundesrat beantragten Mitteln für den Agglomerationsverkehr wird es gut berücksichtigt; Rund 32 Mio. Schweizer Franken soll die Region für verschiedene Verkehrsprojekte vom Bund (vgl. Tabelle) erhalten.

Bund verlangt Organisationsform

«Die Beiträge des Bundes sind aber an weitere Bedingungen geknüpft», sagt Hottiger. Der Bund verlangt von Aareland eine verstärkte Gesamtschau sowie die konsequente Weiterentwicklung des Agglomerationsprogramms. «Wir müssen die Massnahmen bezüglich Verkehr und Raumplanung in der Region noch stärker verknüpfen», erklärt Hottiger. Der Bund verlangt auch ganz klar eine Organisationsform; er möchte einen einzigen Ansprechpartner. «Das Ziel des Aarelandrats ist es deshalb, bis Ende 2010 eine Organisationsstruktur zu haben», sagt er.

Exekutive und Legislative klar

Klar ist bereits, dass der Aarelandrat die Exekutive und die Aarelandsgemeinde die Legislative wird. Wer diese besetzen soll und mit welchen Kompetenzen diese ausgestattet werden, muss noch diskutiert werden. Auch die Frage der Finanzierung wird ein heisses Eisen werden.«Fürs Erste ist es aber wichtig, dass wir alle zusammengekommen sind», sagt Hottiger. Er schätzt die Stimmung unter den Gemeinden positiv ein. «Es ist selbstverständlich noch nicht die grosse Liebe, doch eine Vernunftsehe ist es allemal.»

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