Schweiz

«Luxuriöser Wunschbedarf»: Bürgerliches Komitee wehrt sich gegen Vaterschaftsurlaub

Die Forderungen nach einem Vaterschaftsurlaub sind gemäss dem Komitee in der aktuellen Krise nicht angebracht.

Die Forderungen nach einem Vaterschaftsurlaub sind gemäss dem Komitee in der aktuellen Krise nicht angebracht.

Ein Komitee aus SVP, FDP und CVP-Politikern lancierte am Donnerstag den Abstimmungskampf gegen den Vaterschaftsurlaub. Die Schweizer Betriebe könnten sich diesen nach der Coronakrise nicht mehr leisten.

(agl) Die Bürger und die Betriebe sollen in der aktuellen Krisensituation nicht noch stärker durch die Einführung eines Vaterschaftsurlaubs belastet werden, so heisst es in einem Schreiben des Komitees gegen den Vaterschaftsurlaub vom Donnerstag. «KMU und Gewerbebetriebe können sich den staatlichen Vaterschaftsurlaub nicht leisten», wird der St.Galler FDP-Nationalrat Marcel Dobler zitiert. Die Forderungen stünden in der aktuellen Situation «völlig quer in der Landschaft».

SVP-Nationalrat Yves Nidegger sagt, ein staatlicher Vaterschaftsurlaub wäre schon vor Corona nicht finanzierbar gewesen und es handle sich dabei um «luxuriösen Wunschbedarf». Seine Parteikollegin Diana Gutjahr bringt die Ausgaben des Nationalrats in der Coronakrise aufs Tapet, darunter die Gelder für die Entwicklungshilfe. Man dürfe den Bürgern nun nicht noch mehr «ins Portemonnaie greifen».

Am 27. September stimmt die Schweiz über die Einführung eines zweiwöchigen Vaterschaftsurlaubs ab, nachdem ein bürgerliches Komitee das Referendum ergriffen hatte. Das geänderte Erwerbsersatzgesetz ist ein indirekter Gegenvorschlag zur Volksinitiative «Für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub – zum Nutzen der ganzen Familie», die einen vierwöchigen Vaterschaftsurlaub gefordert hatte.

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