Absenzen

Lehrer für rigoroses Durchgreifen bei den Absenzen

SVP-Grossrat Beat Unternährer rennt mit seinem Postulat - Absenzen im Zeugnis zu verzeichnen - bei Reallehrern offene Türen ein. Real-Schulleiter Stephan Mies vom Schulhaus Pfaffechappe in Baden bestätigt im Gespräch mit a-z.ch: «Mindestens 80 Prozent der Realschullehrer sind dafür.»

Wie die Aargauer Zeitung am Freitag berichtete, fordert SVP-Grossrat Beat Unternährer in einem Postulat die Aargauer Regierung dazu auf, ein Gesetz zu schaffen, das es erlauben würde, Absenzen wieder in den Schulzeugnissen verzeichnen zu können. Mit dieser Forderung stösst er bei Aargauer Reallehrerinnen und -lehrern auf offene Ohren, ist Stephan Mies, Real-Schulleiter vom Schulhaus Pfaffechappe in Baden, überzeugt. Auf Nachfrage von a-z.ch bekräftigt er die Notwendigkeit dieser Forderung: Die Realschullehrer seien «schon längstens» dafür, dass Absenzen ins Zeugnis gehören, sie hätten aber bisher politisch «auf Granit» gebissen. «Ich lege meine Hand ins Feuer, dass mindestens 80 Prozent der Realschullehrer dafür sind. Ich als Realschulleiter kann diese Idee absolut befürworten.», so Mies weiter. Damit bestätigt Mies die Aussagen von Lehrerverbandspräsident Niklaus Stöckli in der Aargauer Zeitung, dass eine Mehrheit der Lehrer dies Absenzeinträge begrüssen würde. Diese Einträge brächten nämlich eine gewisse Verbindlichkeit mit sich und zeigten, dass die Volksschule nicht freiwillig ist, sondern verpflichtend ist.

In Zürich umstritten

Während im Kanton Aargau eine Lösung erst diskutiert wird, ist der Kanton Zürich schon weiter. Lehrerinnen und Lehrer sollen ab Sommer die Zahl der Absenzen ihrer Schülerinnen und Schüler eintragen müssen - sowohl entschuldigte als auch unentschuldigte. Doch diese neue Regelung stösst nicht überall im Kanton auf Gegenliebe: Lehrpersonen aus Illnau-Effretikon sammeln Unterschriften für eine Petition, das neue Absenzen-Regime zu überarbeiten. Nur unentschuldigte Absenzen sollen im Zeugnis vermerkt werden, so ihre Forderung. Die Lehrer fürchten unnötige Spannungen zwischen Lehrerschaft und Eltern. Die Petition wurde mittlerweile von gut 600 Personen unterzeichnet.

(pat)

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