Kommentar
Ständerat weicht Gentech-Moratorium auf – und offenbart das Öko-Paradox der Linken

Mit seinem Entscheid, die neuen Züchtungsverfahren vom Gentech-Moratorium auszunehmen, macht der Ständerat endlich vorwärts. Es bleibt zu hoffen, dass in der bevorstehenden Diskussion vermehrt die Chancen der Gentechnologie beleuchtet werden.

Chiara Stäheli
Chiara Stäheli
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Frisch gepflanzte, gentechnisch veränderte Weizensetzlinge in der Forschungsanstalt Reckenholz bei Zürich.

Frisch gepflanzte, gentechnisch veränderte Weizensetzlinge in der Forschungsanstalt Reckenholz bei Zürich.

Bild: Gaetan Bally / Keystone

Knapp war es, das Abstimmungsresultat im Ständerat. Letztlich gab der Stichentscheid des Präsidenten den Ausschlag dafür, dass die kleine Kammer die neuen Züchtungsverfahren vom Gentech-Moratorium ausnehmen will. Dazu zählen Verfahren, bei denen am arteigenen Erbgut Veränderungen vorgenommen werden. Der Entscheid ist beinahe historisch, wenn man bedenkt, dass das Parlament das Moratorium seit 2005 bereits dreimal zumeist diskussionslos verlängert hat.

Damit ist nun Schluss: Zumindest die Debatte über die neuen Züchtungsverfahren – dazu zählt beispielsweise die Genschere – dürfte so rasch nicht wieder verebben. Dafür ist es höchste Zeit. Zu lange dominierten wenig begründete Risiken anstelle der vielen Chancen die Diskussion.

Dazu zählt insbesondere die Möglichkeit der gezielten Anpassung des Erbguts einer Pflanze, um resistentere Sorten zu entwickeln. Solche werden wir in der Schweiz angesichts der sich verändernden klimatischen Bedingungen schon bald dringend benötigen. Die Wissenschaft ist sich denn auch einig, dass die neuen Gentech-Verfahren einen wichtigen Beitrag zur Verringerung des ökologischen Fussabdruckes der Landwirtschaft leisten können. Das sollte auch den Grünen und der SP zu denken geben. Vor diesem Hintergrund ist die Ablehnung der Genschere durch die ökologischen Kräfte unverständlich. Vor allem auch, weil sie sich im Kampf gegen den Klimawandel stets und zurecht auf die Wissenschaft berufen.

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