Kommentar
Reservationspflicht für Velos: Das gibt den SBB-Kunden Sicherheit

Pro Velo verlangt die Aufhebung der Reservationspflicht für Velos in Zügen. Das wäre keine gute Idee, schreibt Redaktor Kari Kälin.

Kari Kälin
Kari Kälin
Merken
Drucken
Teilen

Mit dem Velo in den Zug einsteigen, eine Tour absolvieren, um dann wieder mit ÖV heimzufahren: Dieses Freizeitvergnügen erfreut sich immer grösserer Beliebtheit. Sogar im kalten April wurden rund 40'000 Velotageskarten verkauft, deutlich mehr als in anderen Jahren.
Doch auch dieser Boom hat eine Kehrseite. Die SBB haben in ihrem Rollmaterial nicht unbeschränkt Platz für Velos.

An Wochenenden gilt deshalb auf allen Fernverkehrsverbindungen eine Reservationspflicht, die Kosten betragen zwei Franken. Auf gewissen Strecken, etwa durch den Gotthard-Basistunnel, braucht es das jeden Tag.
Pro Velo, unterstützt von zahlreichen anderen Velolobbyorganisationen, möchte die Reservationspflicht abschaffen. Veloverlad sei komplizierter und teurer geworden. Mittels Petition soll die Pflicht schon bald fallen.

Das wäre keine gute Idee. Die SBB können die Veloverladekapazitäten nicht von heute auf morgen massiv erhöhen. Es liegt auf der Hand, dass in absehbarer Zeit Engpässe bestehen bleiben. Eine Reservationspflicht macht Sinn, weil die Zugreisenden sicher sein können, dass sie in der gewünschten Verbindung Platz für ihr Gefährt haben.

Fälle, in denen trotz gebuchten Tickets der Velohaken besetzt ist, sind bedauerlich. Doch grundsätzlich verhindert das Reservationssystem, dass sich die Fahrgäste um die freien Verladeplätze balgen müssen – und am Perron das Recht des Schnelleren und Stärkeren gilt.