Angriff

Köppel wittert kommunistischen Umsturz im Namen des Klimas – SVP-Bauern mahnen zur Ruhe

Nationalrat Roger Köppel giesst weiteres Öl ins Feuer. Aufnahme vom 30. März 2019, an der Delegiertenversammlung in Amriswil.

Nationalrat Roger Köppel giesst weiteres Öl ins Feuer. Aufnahme vom 30. März 2019, an der Delegiertenversammlung in Amriswil.

Rot-grüne Klimakolchose, Umweltdiktatur, Ausplünderung des Mittelstands: SVP-Nationalrat Roger Köppel stürzt sich wie ein Berserker in die Klimadebatte. Dies vergiftet die Debatte weiter - zum Leidwesen gemässigter SVP-Bauernvertreter.

Wohin treibt es die SVP in der Klimapolitik? Gewinnen die grün angehauchten Biobauern die Oberhand - oder doch die Hardliner, welche die Klimabewegung entschieden bekämpfen wollen?

Eine klare Duftmarke hat der Zürcher SVP-Nationalrat Roger Köppel in der NZZ vom Donnerstag gesetzt. In einem Feuerwerk ideologischer Kampfbegriffe machte er klar, dass er keinen Millimeter auf die Klimabewegung zugehen will.

Köppel greift Klimabewegung frontal an

Der «Weltwoche»-Verleger und Ständeratskandidat wittert im Interview wahlweise eine «Umweltdiktatur», eine «rot-grüne Klimakolchose» oder eine «rot-grüne Planwirtschaft». Köppel warnt:

Die Politik befindet sich für Köppel in einem anmassenden Machtrausch, der das Land zerstöre. «Die rot-grünen Planwirtschafter wollen zurück ins Mittelalter, als nur Reiche und Könige herumreisen konnten», sagt er.

Für SVP-Landwirten ist Debatte zu überdreht

Der Thurgauer SVP-Nationalrat Markus Hausammann ist «nicht glücklich» über diesen Frontal-Angriff auf den Klimaschutz. «Ich finde es nicht sinnvoll, noch mehr Öl ins Feuer zu giessen», sagt der Landwirt. Er würde es lieber sehen, wenn die klimapolitische Debatte wieder etwas nüchterner geführt würde.

Anders als Köppel sieht die Welt auch der Berner SVP-Nationalrat und Biobauer Erich von Siebenthal. Er sagt:

Weder Hausammann noch von Siebenthal fordern eine radikale Korrektur der Umweltpolitik der SVP. Für beide ist es indes klar, dass der Klimawandel mindestens zum Teil menschengemacht ist und damit der Handlungsbedarf gegeben ist.

Es gibt sie noch, die Klimaleugner

Nicht alle sehen das so. Der Zürcher SVP-Nationalrat Thomas Matter, der im innersten Zirkel der Partei sitzt, bestreitet weiterhin den Zusammenhang zwischen der CO2-Konzentration in der Luft und der Temperatur. In seinem wöchentlichen Newsletter behauptet er, dass es keine physikalische Grundlage für diese Beziehung gebe. Anderslautende Behauptungen seien «Klimahysterie».

Von Siebenthal sagt hingegen: «Es ist klar, dass sich das Klima verändert und auch die Schweiz als Nation ihren Beitrag dagegen leisten muss.» Wie hoch dieser Beitrag sein soll, darum müsse sich die Debatte in der Klimapolitik drehen.

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