Betreutes Wohnen

Kein betreutes Wohnen in Ottenbach

Entscheid an der Urne umgemünzt

Wohnne Ottenbach

Entscheid an der Urne umgemünzt

Mit 377 Ja gegen 548 Nein hat Ottenbach bei 55 Prozent Stimmbeteiligung an der Urne den Entscheid der Gemeindeversammlung für einen privaten Gestaltungsplan umgestossen, der eine Siedlung mit 74 betreuten Alterswohnungen ermöglicht hätte. Das Konzept für betreutes Wohnen im Alter kann somit in Ottenbach nicht umgesetzt werden.


«Wir sind nun wieder so weit wie vor einigen Jahren», sagte der Ottenbacher Gemeindepräsident Kurt Weber nach dem Vorliegen des Resultates der Gemeindeabstimmung, «wir müssen uns im Rahmen der Dorfzentrumsgestaltung überlegen, wie wir Wohnraum für alte Menschen schaffen.» Als Hauptursache für das deutliche Nein betrachtet er die Grösse der geplanten Siedlung mit 74 Wohnungen auf einem Grundstück, das heute noch eine Wiese ist: «Bevor eine Wiese überbaut wird, entsteht gerade bei geplanten grösseren Bauten gerne Opposition - und einige Jahre später hat man sich daran gewöhnt.»

«Das Konzept kann anderswo verwirklicht werden»
Dominique Bitzer von der Bitreu, die das Konzept «Betreutes Wohnen im Alter» entwickelt hat, akzeptiert den Volksentscheid: «Wir leben in einer Demokratie, und diese hat nun im Fall Ottenbach gegen uns entschieden, was wir äusserst bedauern, jedoch zu respektieren haben. Aus unserer Sicht hat die Gemeinde eine gute Chance verpasst.»
Die Familie Hauenstein, die das Projekt hat entwickeln lassen und das Land dafür zur Verfügung gestellt hätte, ist zwar enttäuscht, aber, wie Jakob Hauenstein sagt: «Wir haben ein gutes Konzept entwickeln lassen, und die Ottenbacher haben sich nun dagegen entschieden - aber wir sind vom Konzept überzeugt und könnten es auch woanders verwirklichen.» Niemand könne ihnen vorwerfen, sie hätten nicht versucht, ein sinnvolles Konzept für die Gemeinde zu verwirklichen. «Jetzt kommt es eben anders.»
Entsprechend dem emotionalen Abstimmungskampf lag die Stimmbeteiligung mit 55 Prozent sehr hoch, obwohl es sich beim Gestaltungsplan um die einzige Vorlage gehandelt hat, über die zu befinden war. Der Gestaltungsplan wäre für das nun verworfene Projekt erforderlich gewesen, um durchgängige Gebäude und Flachdächer zu ermöglichen, damit alle Räume rollstuhlgängig zugängig gewesen wären. Umgekehrt wären die maximale Gebäudehöhe, die Gebäudevolumina und die Parkplatzzahl reduziert worden. (bs.)

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1