Schienenverkehr

Kaputte Fahrleitung auf SBB-Linie Olten-Zürich – Passagiere kämpfen mit Hitze

Zugsausfälle sorgen für rote Köpfe.

«Am meisten stört mich, dass niemand Wasser verteilt hat – Lenzburg ist ja nicht in der Pampa»: Zugsausfälle sorgen für rote Köpfe bei den Passagieren.

Eine defekte Fahrleitung im Kanton Aargau hat am Freitagmorgen den SBB-Zugverkehr im Mittelland stark beeinträchtigt. Zahlreiche Verbindungen mussten umgeleitet oder gestrichen werden.

Zur Störung kam es gegen 7.30 Uhr zwischen Othmarsingen und Lenzburg, wo aus noch unbekannten Gründen eine Fahrleitung heruntergerissen wurde. Zwei Züge und die darin reisenden Passagiere mussten daraufhin nach Lenzburg respektive Othmarsingen abgeschleppt werden.

Tweet von Dominik Roth

Die ganze Evakuierungsaktion dauerte rund zwei Stunden. Während dieser Zeit mussten mehrere hundert Passagiere in grosser Hitze ausharren, wie ein SBB-Sprecher auf Anfrage sagte. Klimaanlage und Lüftung funktionierten nicht, ein Notstromaggregat sorgte lediglich dafür, dass Durchsagen möglich waren und die Notbeleuchtung funktionierte.

Aussteigen durfte während der Abschleppaktion niemand. Aufgrund der herunterhängenden Fahrleitung wäre das lebensgefährlich gewesen, wie der Sprecher sagte. Die SBB bedaure die Unannehmlichkeiten ausserordentlich.

Tweet zu SBB

Ab 10 Uhr war die Strecke dann zunächst einspurig befahrbar. Um 13 Uhr, als die Fahrleitung wieder repariert war, konnten dann wieder beide Spuren für den Zugverkehr freigegeben werden.

Die Fahrleitungsstörung führte auf dem SBB-Netz zu erheblichen Problemen. Verschiedene Fernverkehrszüge zwischen Olten und Zürich wurden umgeleitet. Zudem fielen zahlreiche Regionalzüge aus. Die SBB stellte Ersatzbusse bereit.

Der Freitagmorgen beginnt für viele Pendler zwischen Olten und Zürich mit Zugsausfällen und Umleitungen.

Der Freitagmorgen beginnt für viele Pendler zwischen Olten und Zürich mit Zugsausfällen und Umleitungen.

Westschweiz ebenfalls betroffen

Gedulden mussten sich auch Reisende in der Westschweiz, wo es am Morgen zwischen Lausanne und Genf zu einem zweistündigen Totalunterbruch kam. Ursache war auch in diesem Fall eine Fahrleitungsstörung, und zwar beim Bahnhof von Allaman VD.

Gegen 10 Uhr war die Strecke zwischen Lausanne und Genf wieder einspurig befahrbar. Die Passagiere eines Interregio, der in Allaman feststeckte, wurden mit Trinkwasser versorgt.

Ausserdem wurden rund fünfzig Taxis bestellt für Passagiere, die zum Flughafen Genf mussten. Auch Ersatzbusse standen zur Verfügung. Die Reparaturarbeiten gestalteten sich aufwendig, wie der Sprecher weiter sagte. Sie dauerten deshalb den ganzen Nachmittag an.

Die Ursachen für die beiden Störungen sind laut Sprecher noch unbekannt. Hitze als Grund könne man jedoch ausschliessen. "Eine Fahrleitungsstörung kann zu jeder Jahreszeit passieren."

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