Felsenau
Kanton hält an Aare-Tunnel fest

Der Regierungsrat will nichts wissen von einem zweiten Felsenau-Viadukt in der Stadt Bern. Der Kanton Bern wehrt sich also vehement gegen die Bundespläne. Er fordert Korrekturen bei der Priorisierung der Projekte durch den Bund.

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Viadukt Felsenau Bern

Viadukt Felsenau Bern

Berner Rundschau

Der Bund will nicht so, wie es der Kanton gerne hätte: Ein Autobahn- Tunnel vom Grauholz unter der Aare durch ins Forsthaus komme die Eidgenossenschaft viel zu teuer zu stehen als ein zweites Autobahn-Viadukt in der Felsenau. Deshalb hat die Eidgenossenschaft das Wunschprojekt des Kantons kurzum wieder aus der Liste der zu unterstützenden Projekte des Infrastrukturfonds gestrichen.

Dort wollte Bau-, Verkehrs- und Energiedirektorin Barbara Egger (SP) das Vorhaben zur Entlastung der Nordumfahrung festgeschrieben haben. Mit der Stadt wehrte sich Egger wiederholt gegen den Bau einer zweiten Brücke.

Der Bund wirft nebst dem Finanzargument auch technische Bedenken in dieWaagschale. So könne die Aare-Untertunnelung allenfalls auch zu Problemen mit dem Grundwasser führen. Vom Rückzieher der Eidgenossenschaft enttäuscht reagierte gestern der Kanton. «Absolut undenkbar » sei ein weiterer Ausbau des Nationalstrassennetzes in der Agglomeration Bern aus Sicht des Kantons und der betroffenen Gemeinden.

In Wohngebieten überdachen?

Zur Disposition steht nämlich auch der zweite geplante Tunnel im Wankdorf bis nach Muri unter dem Ostring- und Saali-Quartier hindurch. Hier will der Bund allenfalls nur eine Überdachung der Fahrstreifen mitfinanzieren. Der Kanton fordert nun zumindest noch eine Untertunnelung an den lärmtechnisch kritischsten Stellen - auf der Kleinen Allmend, im Wohngebiet Ostring sowie in der Gemeinde Muri.

Grundsätzlich begrüsst der Kanton dagegen «den Willen des Bundes, wichtige Verkehrsvorhaben mit Mitteln aus dem Infrastrukturfonds zu unterstützen». Er fordert allerdings, dass der Bund die Liquidität des Infrastrukturfonds sicherstellt. Es sei «nicht akzeptabel», dass der Bund für den Kanton Bern Mittel zur Finanzierung von dringlichen Projekten ab 2011 erst im Jahr 2015 zur Verfügung stellen wolle. Weiter will die bernische Regierung die Höhe der Beiträge an Projekte erst festlegen, wenn aufgrund von Vorprojekten Kostenschätzungen vorliegen.

Kleinwabern und Worb vorziehen

Im Weiteren setzt sich der Regierungsrat laut einer Mitteilung von gestern dafür ein, dass der Bund die Projekte «Tramverlängerung Kleinwabern » und «Verkehrssanierung Worb» als vordringliche Projekte anerkennt. Deren Zurückstufung löste jüngst heftige Reaktionen aus.

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