EU-Abkommen

Kampf gegen Rahmenabkommen: Farner macht Kampagne für die Gründer der Partners Group

Die Gründer der Partners Group (von links): Urs Wietlisbach, Alfred Gantner und Marcel Erni.

Die Gründer der Partners Group (von links): Urs Wietlisbach, Alfred Gantner und Marcel Erni.

Die legendäre Agentur Farner unterstützt das Wirtschaftsnetzwerk um Alfred Gantner gegen das EU-Abkommen. Das allerdings passt intern den linksliberalen Kräften nicht.

Die Farner Consulting AG wird Kampagnenführerin gegen das Rahmenabkommen der Schweiz mit der EU. Alfred Gantner, Marcel Erni und Urs Wietlisbach, die drei Gründer des Zuger Vermögensverwalters Partners Group, haben Farner für die Kampagne ihres Wirtschaftsnetzwerks an Bord geholt.

Das bestätigt Alfred Gantner. «Ich bin sehr begeistert von Farner», sagt er. «Es ist das grösste und beste Haus für politische Kampagnen. Es berät und unterstützt uns. Die führenden Köpfe der Agentur haben viel Herzblut für die Kampagne.»

Gantner: «Whatever it takes»

Wieviel das Engagement kostet, will er nicht verraten. «Whatever it takes» (was immer nötig ist), sagt er – in Anlehnung an das Bonmot von Mario Draghi, der als Chef der europäischen Zentralbank den Euro retten musste.

«Man gewinnt aber keine Kampagne nur mit Geld, sondern mit überzeugenden Argumenten und Herzblut», sag Gantner. «Wir haben überzeugende Argumente gegen das Rahmenabkommen mit dem schlechten Fundament».

Rudolf Farner hatte 1951 die erste modern strukturierte PR-Agentur der Schweiz gegründet. Sie erwarb sich den Ruf einer wichtigen bürgerlichen Kampagnenorganisation vor allem im Militärbereich. Inzwischen hat sich Farner stark entwickelt. Im November 2019 übernahm sie etwa alle Aktien der renommierten Kreativagentur Rod Kommunikation.

Wenig Freude bei den linksliberalen Farner-Kräften

Laura Zimmermann, Co-Präsidentin von Operation Libero.

Laura Zimmermann, Co-Präsidentin von Operation Libero.

Bei Farner selbst kommt das Engagement gegen das Rahmenabkommen nicht nur gut an. Die linksliberalen Kräfte haben wenig Freude daran. Mit Rod arbeitet inzwischen auch Laura Zimmermann unter dem Dach der Farner-Gruppe, Co-Präsidentin der Operation Libero, die sich dezidiert für das Rahmenabkommen einsetzt.

In den letzten Tagen fanden viele Unternehmen ein «Manifesto der Allianz Kompass/Europa» in ihrer Post vor. Allianz Kompass/Europa heisst inzwischen das Wirtschaftsnetzwerk der drei Partners-Group-Gründer.

Die Allianz lehnt das Rahmenabkommen ab, weil es die direktdemokratische Selbstbestimmung und Souveränität der Schweiz «viel zu stark» beschneide, wie es im Manifesto heisst. Gleichzeitig will «Kompass/Europa» die «weltoffene und aktive Aussenwirtschaftspolitik» der Schweiz mit der EU und besonders mit den Nachbarstaaten sichern.

«Wir haben dieses Leitbild aus Überzeugung geschrieben und es verschickt», sagt Gantner, «da viele mehr über uns und unsere Kampagne gegen das Rahmenabkommen wissen wollten.»

Das Modell des Konzerns als Vermögensverwalterin schützen?

Nur: Weshalb sind die Gründer der Partners Group derart entschieden gegen das Rahmenabkommen? Viele glauben, sie wollten damit das Modell des Konzerns als Vermögensverwalterin gegen Regulierungen aus der EU verteidigen.

«Das ist ein abstruser Vorwurf», sagt Gantner. «Wir sind extrem verflochten mit der EU.» Die Gruppe habe acht Unternehmen im EU-Raum mit 30600 Mitarbeitern, welche sie für ihre Kundschaft führe. Sie baue in ganz Europa auch Infrastrukturen wie Wind- und Solarparks. Gantner: «Unser Engagement gegen das Rahmenabkommen ist für uns eher ein Nachteil bei EU-Beamten und – Politikern.»

Autor

Othmar von Matt

Meistgesehen

Artboard 1