Bundesrat
Johann Schneider-Ammann tritt gemäss Medienbericht Ende Jahr zurück – mit Doris Leuthard?

Bundesrat Johann Schneider-Ammann soll noch diese Woche seine Demission verkünden. Gleichzeitig könnte auch Doris Leuthard ihren definitiven Rücktritt bekannt geben.

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Johann Schneider-Ammann soll nur noch bis Ende Jahr Bundesrat sein. Der Wirtschaftsminister werde seinen Rücktritt am Freitag bekannt geben, meldet "Tele Züri". Der Regionalsender beruft sich auf "zwei voneinander unabhängige, bestens informierte Quellen". Demnach erwartet man im Bundeshaus zeitgleich auch den Rücktritt von Doris Leuthard. Wegen der anstehenden EU-Diskussion im Bundesrat könnte sich der Zeitpunkt der Rücktritts-Kommunikation noch verzögern.

Leuthard hatte die Diskussion um ihren Rücktritt im Sommer vor einem Jahr losgetreten. Sie trete spätestens Ende 2019 zurück, sagte sie damals. Jetzt, während der Herbstsession, haben sich die Spekulationen um den Rücktritt der Verkehrs- und Umweltministerin wieder intensiviert. Der Kampf um ihr Departement ist losgegangen.

Auch Schneider-Ammann kündigte seine Demission bereits früher an. Der Berner, der seit 2010 Bundesrat ist, wirkte in letzter Zeit müde.

Der Wirtschaftsminister hat kurz nach dem Auftauchen der neusten Spekulationen auf Twitter geschrieben, er sei bis Ende 2019 gewählt und nehme zu Gerüchten keine Stellung.

Stimmen die Gerüchte um die Rücktritte von Schneider-Ammann und Leuthard, würde die Bundesratsersatzwahl voraussichtlich am Mittwoch, 5. Dezember 2018 stattfinden.

Doris Leuthards Karriere in Bildern:

Ab 1997 im Aargauer Grossen Rat, kandidiert Doris Leuthard 1999 für den National- und Ständerat. Der damalige CVP-Parteisekretär Reto Nause, heute Berner Sicherheitsdirektor, liess Duschgel mit ihrem Gesicht verteilen. Die Aargauer Zeitung titelte «Duschen mit Doris».
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Leuthards erstes Nationalratsportrait.
«Duschen mit Doris» wurde zum inoffiziellen Wahlkampfspruch als Leuthard 1999 für den National- und Ständerat kandidierte. Im Aargau wurden Tausende von Duschmittel-Beuteln mit ihrem Porträt verteilt.
Seit 1991 war Doris Leuthard als Rechtsanwältin tätig und Partnerin des Büros Fricker und Leuthard in Wohlen und Muri.
Hochzeit an Silvester: Am 31. Dezember 1999 heirateten Doris Leuthard und Roland Hausin auf dem Standesamt in Merenschwand.
Fünf Jahre nach ihrer Wahl ins Parlament wurde sie 2004 als Nachfolgerin von Philipp Stähelin zur Parteipräsidentin gewählt.
Zwei Jahre später folgte der nächste Blumenstrauss: Sie wurde von der CVP als Bundesratskandidatin und Nachfolgerin für Joseph Deiss vorgeschlagen.
Sie wurde 2006 mit 133 von 234 gültigen Stimmen gewählt.
Die stolzen Eltern gratulieren ihrer Tochter am 14. Juni 2006 mit einem Spruchband zur Wahl in den Bundesrat.
Der Bundesrat zur Zeit der Wahl von Leuthard (v.l.n.r.): Moritz Leuenberger, Micheline Calmy-Rey, Pascal Couchepin, Samuel Schmid, Christoph Blocher, Hans-Rudolf Merz, Doris Leuthard und Bundeskanzlerin Annemarie Huber-Hotz.
2007 erlebte sie auch die Abwahl Christoph Blochers und die daraus resultierende Abspaltung der BDP. Blocher wurde durch Eveline Widmer-Schlumpf ersetzt.
2010 wurde sie zum ersten Mal Bundespräsidentin. Hier steigt sie gerade aus dem Zug in Aarau.
2010: Küsschen für Bundespräsident Doris Leuthard in Paris.
Im selben Jahr hielt sie an der Generalversammlung der UNO eine Rede.
Ebenfalls ein beliebtes Sujet: Die Bundespräsidentin an der Olma – inklusive Ferkel.
Während ihrer Amtszeit durchreiste sie die ganze Schweiz: Hier die Bundesratsreise 2013, wo sie sich in Hinwil in einen Schützenpanzer setzte.
Ab 2014 war ihr Dienstauto ein Tesla.
Am 1. August 2015 trat Leuthard in Bad Zurzach auf.
Ein grosser Meilenstein in ihrer Karriere: Leuthard an der Eröffnung des Neat-Gotthardbasistunnels im Frühling 2016.
7. Dezember 2016: Doris Leuthard wird nach 2010 zum zweiten Mal zur Bundespräsidentin gewählt. Sie erhält 188 von 207 gültigen Stimmen.
Im Sommer 2017 organisierte Doris Leuthard das Bundesratsreisli. In Lenzburg gab es beim Apéro genug Zeit für Selfies und einen Schwatz mit der Bevölkerung.
An der 1.-August-Feier 2018 in Villmergen ermahnte Doris Leuthard die Schweizerinnen und Schweizer, miteinander zu arbeiten und nicht gegeneinander.
Dezember 2018: Doris Leuthard und Johann Schneider-Ammann verabschieden sich aus dem Bundesrat.

Ab 1997 im Aargauer Grossen Rat, kandidiert Doris Leuthard 1999 für den National- und Ständerat. Der damalige CVP-Parteisekretär Reto Nause, heute Berner Sicherheitsdirektor, liess Duschgel mit ihrem Gesicht verteilen. Die Aargauer Zeitung titelte «Duschen mit Doris».

Keystone

Bilder aus Schneider-Ammanns Bundesrats-Karriere:

Am 22. September 2010 wird Johann Schneider-Ammann als Bundesrat vereidigt – gemeinsam mit Simonetta Sommaruga (SP).
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November 2010: Doris Leuthard (damals Bundespräsidentin) übergibt Johann Schneider-Ammann den Schlüssel zum Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartement (damals EVD).
6. Juli 2013: Schneider-Ammann unterschreibt ein Freihandelsabkommen mit China. Es gilt als Meisterstück seiner Amtszeit. Im Bild mit dem chinesischen Handelsminister Gao Hucheng.
Januar 2015: Nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses wurde die Schweizer Wirtschaft durchgeschüttelt. Wirtschaftsdirektor Schneider-Ammann blieb zuversichtlich.
2016: Johann Schneider-Ammanns Jahr als Bundespräsident. Im Bild sieht man ihn mit dem traditionellen Olma-Säuli.
2016 unternimmt er diverse Staatsbesuche: Am Gipfel für nationale Sicherheit in Washington trifft er US-Präsident Barack Obama.
Er besucht den iranischen Präsidenten Hassan Rohani. Sie sprechen darüber, wie man die bilateralen Beziehungen künftig intensivieren könnte.
Wenig später trifft Schneider-Ammann Papst Franziskus im Vatikan. Thema war unter anderem der Umgang mit der Flüchtlingskrise.
Im September 2016 spricht Bundespräsident Johann Schneider-Ammann ausserdem vor der UNO-Generalversammlung.
Auch in der Schweiz war 2016 etwas los: Am Eröffnungstag des Neat-Basistunnels am 1. Juni plaudert Schneider-Ammann mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, dem damaligen französischen Staatspräsidenten Francois Hollande und dem italienischen Ex-Premierminister Matteo Renzi.
Youtube-Hit: In seinem Bundespräsidenten-Jahr hielt Schneider-Ammann auch eine Ansprache zum Tag der Kranken. Sie hat es bis nach Amerika geschafft. (Screenshot RTS)
Oktober 2017: Schneider-Ammann besucht Israel. Hier posiert er mit Scheich Azzam al Khatib und spricht über Innovation und Digitalisierung.
Januar 2018: Am Weltwirtschaftsforum trifft Schneider-Amman US-Präsident Donald Trump.
25. September 2018: Bundesrat Johann Schneider-Ammann kündigt seinen Rücktritt auf Ende Jahr an.

Am 22. September 2010 wird Johann Schneider-Ammann als Bundesrat vereidigt – gemeinsam mit Simonetta Sommaruga (SP).

Keystone

(mwa)