Volksschule

«Irrweg»: Kinderarzt Remo Largo hält Fremdsprachen-Unterricht für gescheitert

Der Kinderarzt und Buchautor Remo H. Largo

Der Kinderarzt und Buchautor Remo H. Largo

Der Fremdsprachenunterricht in der Schweiz sei im Ansatz falsch, sagt der berühmte Kinderarzt und Buchautor Remo Largo. Die Kinder sollten eine neue Sprache nicht analytisch auf Primarschulstufe, sondern mit anderen Kindern lernen können.

Der bekannte Kinderarzt und Besteller-Autor Remo Largo („Babyjahre“, „Kinderjahre“) rechnet mit der Schweizer Bildungspolitik ab. Im Interview mit der Zeitung „Schweiz am Sonntag“ sagt er: „Der Fremdsprachenunterricht, wie wir ihn in der Schweiz kennen, ist im Ansatz falsch. Die Bildungspolitiker tun so, als ob sie über die Kinder frei verfügen könnten und vor allem, als ob die Kinder beliebig lern- und anpassungsfähig wären. Sie sind es nicht."

Es stimme zwar, je früher die Kinder eine Sprache lernen, desto besser. “Aber nur, wenn sie die Sprache auf ihre Weise lernen dürfen. Sie müssen ausgedehnte Erfahrungen in einem ständigen sprachlichen Austausch mit Eltern, anderen Bezugspersonen und vor allem mit Kindern machen.“ Genau das geschehe heute nicht. Largo zur „Schweiz am Sonntag“: „Es ist ein pädagogischer Sündenfall, wenn man den Kindern auf der Primarstufe die Fremdsprache analytisch beibringen will. Das ist genauso erfolglos wie Unterricht in Algebra.“ Das führe nur zu “negativen Lernerfahrungen“. So könne man den Fremdsprachenunterricht genauso gut abschaffen.

Sein Fazit: „Hören wir auf mit überstürzten Reformen wie Fremdsprachenunterricht und – wahrscheinlich auch Lehrplan 21.“

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