Volksinitiative

Initianten stellen die Mikrosteuer vor – sie soll die Bundessteuer ersetzen

Zahlungen ohne Bargeld besteuern? Das will eine neue Volksinitiative.

Zahlungen ohne Bargeld besteuern? Das will eine neue Volksinitiative.

Die Volksinitiative für eine Mikrosteuer auf den bargeldlosen Zahlungsverkehr ist lanciert. Vor allem Privatpersonen und KMU sollen davon profitieren.

(gb.) Seit Ende Februar läuft die Unterschriftensammlung für die eidgenössische Volksinitiative «Mikrosteuer auf dem bargeldlosen Zahlungsverkehr». Am Freitag hat das Initiativ-Komitee nun seine Idee und die Argumente vorgestellt.

Gemäss einer Mitteilung des Komitees ist die heutige Steuersituation für viele Bürgerinnen und Bürger unbefriedigend. Zudem sei das System überaltert nicht mit den globalen und digitalen Veränderungen in Einklang zu bringen. Die Mikrosteuer, welche die Initianten einführen wollen, soll gemäss Initiativtext die Bundessteuer, die Mehrwertsteuer und auch die Stempelsteuer ersetzen.

Transparenz in den Zahlungsverkehr

Damit würde laut den Initianten viel Bürokratie wegfallen. Denn die Mikrosteuer würde automatisch auf sämtliche bargeldlose Zahlungen erhoben. Geht es nach den Vorstellungen der Initianten, wäre die Höhe des Steuersatzes anpassungsfähig und könnte jährlich zwischen 0,05 und 0,5 Promille schwanken – je nach Ergiebigkeit des Zahlungsverkehrs.

Mikrosteuer-Initiative lanciert

Mikrosteuer-Initiative lanciert

  

Hinter der Initiative stecken unter anderem Felix Bolliger, ehemaliger Vermögensverwalter, Oswald Sigg, ehemaliger Bundesratssprecher, Marc Chesney, Wirtschaftsprofessor an der Universität Zürich und Jacob Zgraggen, Anwalt und ehemaliger Banker. Ihnen geht es bei der Mikrosteuer um mehr als steuertechnische und juristische Fragen. «Es geht um die richtige Antwort auf die Digitalisierung», schreiben sie in der Mitteilung. Die Mikrosteuer bringe Transparenz in den Zahlungsverkehr und stärke die Schweiz als souveränes Land, heisst es weiter.

Politisch weder links noch rechts

Ob die Initianten mit ihrer Idee Erfolg haben werden, ist ungewiss. Noch bis am 25. April 2021 haben sie Zeit, 100'000 gültige Unterschriften zu sammeln. Bis jetzt unterstützt keine politische Partei die Initiative.

Die Mikrosteuer, so heisst es in der Mitteilung, sei politisch weder links, noch rechts. Die Idee sei, nicht die Arbeit, sondern das Geld zu besteuern. «Wer mehr Geld bewegt, bezahlt mehr». Von diesem Paradigmenwechsel würden gemäss den Initianten vor allem Privatpersonen und KMU profitieren.

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