Asylwesen

In Schweizer Asylzentren gab es 2016 fast täglich einen Polizeieinsatz

In rund 70 Prozent der Fälle private Sicherheitsleute die Situation wieder beruhigen. In den restlichen rund 30 Prozent mussten sie zur Intervention die Polizei beiziehen. (Symbolbild)

In rund 70 Prozent der Fälle private Sicherheitsleute die Situation wieder beruhigen. In den restlichen rund 30 Prozent mussten sie zur Intervention die Polizei beiziehen. (Symbolbild)

Letztes Jahr ist es in den Asylzentren des Bundes zu 1145 Zwischenfällen gekommen, bei denen die Lage zu eskalieren drohte. Das Staatssekretariat für Migration führt diese Entwicklung auf mehrere Gründe zurück.

In rund 70 Prozent der Fälle konnten die privaten Sicherheitsleute, die in den Zentren arbeiten, die Situation wieder beruhigen. In den restlichen rund 30 Prozent aber mussten sie zur Intervention die Polizei beiziehen. Das geschah 315 Mal – oder fast einmal täglich, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt.

Die Zahlen sind den Controlling-Berichten zu den Asylzentren zu entnehmen, die das Staatssekretariat für Migration (SEM) vierteljährlich erstellen lässt. 2016 sei es in den Zentren zu einem «erhöhten Aggressions-Ausmass» gekommen, schreibt die «NZZ am Sonntag».

Erhöht deshalb, weil 2015 die Zahlen der Eskalationen und Polizeieinsätze deutlich tiefer waren; sie lagen bei 531 beziehungsweise 226. Die Entwicklung erstaunt vor allem deshalb, weil 2015 rund 40'000 Asylsuchende in der Schweiz ein Gesuch stellten, 2016 dagegen nur rund 27'000.

Das Staatssekretariat für Migration führt die Zunahme der Zwischenfälle auf verschiedene Gründe zurück: erstens auf «ungünstige Konstellationen von Herkunftsländern» der Asylsuchenden, zweitens auf «übermässigen Alkoholkonsum» und drittens auf «unkooperative und renitente Verhaltensweisen» der Gesuchsteller.

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