Unteres Fraubrunnenamt
Im Moos ist jetzt viel mehr los

Richtig umtriebig sind die zwölf Jugendlichen des Jugendparlaments Unteres Fraubrunnenamt. In den vergangenen Monaten haben sie sich eine Bleibe im Freien geschaffen, eine eigene Hompage aufgeschaltet und in wenigen Tagen nur lancieren sie bereits das Open-Air-Kino in Bätterkinden.

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Jupa

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Solothurner Zeitung

Marisa Cordeiro

Eines kann man dem Jugenparlament Unteres Fraubrunnenamt (Jupf) mit Sicherheit nicht vorwerfen: Passivität. So hat das Anfang 2008 gegründete Jupf in der ersten Jahreshälfte bereits allerhand angepackt.

Mehr Raum für Jugendliche sei in vielen Gemeinden sozusagen ein Dauerthema, weiss Luisa Hafner (17), Jupf-Co-Präsidentin. Um diesem wenigsten in Fraubrunnen abzuhelfen, legten fünf Jupf-Mitglieder im Mai, unterstütz durch den ehemaligen Werklehrer Hannes Jäggi (69), gleich selber Hand an.

Dazu habe ihnen Landwirt Werner Sieber im Fraubrunner Moos ein Stück Land zur Verfügung gestellt. Dies unter der Bedingung, dass dort auch immer Ordnung herrschen müsse.

Von dieser Forderung liessen sich aber die Jugendlichen nicht einschüchtern und schlugen zu. Bereits im Herbst präparierten sie den steilen Waldrand und erstellen mit Holzbalken und Eisenstangen eine Treppe. «Wir versuchten den Platz mit möglichst wenig Geld gemütlich herzurichten», sagt Hafner - also mit Feuerstelle, drei Sitzbänken und Abfalleimer. Mit dem nötigen Know-how sei ihnen Werklehrer Jäggi zur Seite gestanden. «Das war für uns wirklich das Tüpfelchen auf dem i», sagt Hafner. Sie alle hätten seine Hilfe sehr geschätzt.

«Diese Idee fand ich gut»

«Auch ich hatte einen Riesenplausch dabei», sagt Jäggi (Forum) und begründet. «Ich helfe gerne anpacken und bei solch motivierten Jugendlichen erst recht.» Doch sei er auch von Amtes wegen, als Mitglied der Kommission für Gemeindebetriebe und Umweltschutz, dazugestossen. «Ausserdem fand ich, ihre Idee von einem abgelegenen Platz für Jugendliche im Dorf müsste unterstützt werden. Diese Idee fand ich gut, weil sie so auch niemanden stören würden.»

So haben er und die Jugendlichen innert Tagesfrist aus alten Einsenbahnschwellen Sitzbänke gefertigt, aus einem alten Senklochrahmen eine Feuerstelle hergerichtet und ein Fass zu einem Abfalleimer umfunktioniert. Am Schluss den Boden noch mit Holzschnitzeln bestreuen - fertig war die gemütliche Bleibe unter freiem Himmel. «Seither wird die Stelle einmal pro Woche von uns kontrolliert», sagt Hafner.

Dass sie genutzt werde, hätten sie schon mehrmals beobachten können. Ein Chaos aber habe bisher noch niemand hinterlassen. Alle hätten sie bei der Arbeit viel Spass gehabt und seien nun stolz auf das Ergebnis. «Das liesse sich so vielleicht auch noch in anderen Gemeinden realisieren», sinniert Hafner oprimistisch. Doch vorerst hätten andere Projekte noch Priorität.

Wir wollen ein Gesicht bekommen

So ist das Jupf etwa gegenwärtig daran, sich auch bei den Jugendlichen ein Gesicht zu «erarbeiten». «Wir möchten nicht nur von Behörden, sondern auch von den Jugendlichen erkannt werden», sagt Hafner. Deshalb wollten sie fortan jedes Jahr alle 8. Klassen aller acht Jupf-Gemeinden besuchen um sich vorzustellen.

Mit den Behördevertretern habe bereits im Februar ein Treffen stattgefunden, das von beiden Seiten als sehr positiv beurteilt worden ist. Vierteljährlich soll auserdem ein Newsletter erscheinen, der erste sei im April verschickt worden, der nächste folge im Juli. Zum Gesicht des Jugenparlaments gehört seit März auch die eigene Homepage.

Gegenwärtig laufen aussserdem die Vorbereitungen für das bevorstehende Open-Air-Kino in Bätterkinden auf Hochtouren. «Dieses Projekt ist für uns schon ein Level höher», sagt Hafner. Getränke und Technik müssten organisiert, Bewilligungen eingeholt und Flyer gedruckt werden. Auch die Schönwetter-Bestellung sei bei Petrus bereits deponiert worden. «Sollte es aber nicht klappen, könnten wir auf die Saalanlage ausweichen», sagt Hafner. Somit sollte einem erfolgreichen Kinoabend nichts mehr im Wege stehen.

Das Openair-Kino beginnt um 22 Uhr bei der Saalanlage in Bätterkinden. Gezeigt wird der Film Love Vegas, der Eintritt ist frei. weitere Infos unter www.jupf.ch

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