Rückblick

Im Kreuzfeuer der Kritik: Die SBB war 2019 eine Dauerbaustelle

Schwierige Weichenstellungen bei den SBB.

Schwierige Weichenstellungen bei den SBB.

Wegen Verspätungen, Lokführermangel und Schwierigkeiten mit einem neuen Zug zog das Unternehmen viel Kritik auf sich.

Die SBB kämpften in diesem Jahr mit zahlreichen Problemen – zum Ärger von Kunden und Politikern. So hatte das Unternehmen gerade im Sommer mit einer Zunahme der Verspätungen zu kämpfen. Auslöser waren zahlreiche Baustellen auf dem Netz, fehlende Lokführer und gröbere Anlaufschwierigkeiten mit dem neuen Fernverkehrszug FV Dosto. Dessen Lieferung verzögerte sich um mehrere Jahre. Als er in diesem Jahr vermehrt zum Einsatz kam, kämpften die SBB mit wankenden Zügen und Türstörungen. Bald war vom FV Dosto als Pannenzug die Rede. Für viel Kritik sorgte die Massnahme, kurzerhand kleinere Bahnhöfe auszulassen, um Verspätungen aufzuholen.

Einen Tiefpunkt stellte der tragische Unfall Anfang August in Baden dar. Ein Zugbegleiter wurde in einer Zugtür eingeklemmt, mitgeschleift und tödlich verletzt. Ein Defekt beim Einklemmschutz war der Grund. Die Überprüfung dieses Schutzes förderte zahlreiche sicherheitsrelevante Mängel zutage. In der Folge ordnete der Bund Massnahmen zum Schutz von Passagieren und Personal an.

Anfang September folgte der Rücktritt von SBB-Chef Andreas Meyer. Der 58-Jährige bestritt jedoch einen Zusammenhang mit den zahlreichen Problemen und Pannen. Sein Rücktritt seit schon länger geplant gewesen. Auf Meyer folgt auf Anfang April 2020 Vincent Ducrot. Der Direktor der Freiburger Verkehrsbetriebe gilt als altgedienter Bähnler und erhielt von Medien, Gewerkschaften und Politik viele Vorschusslorbeeren.

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